Zuckersteuer in Deutschland: Kabinett beschließt Regelungen ab 2027
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1h ago

Zuckersteuer in Deutschland: Kabinett beschließt Regelungen ab 2027

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Image: Spiegel De

Das deutsche Bundeskabinett hat am Mittwoch einen Gesetzesvorschlag zur Einführung einer Zuckersteuer auf gezuckerte Getränke ab dem 1. Juli 2027 beschlossen. Die Steuer soll dazu beitragen, die Kosten im Gesundheitssystem zu stabilisieren und den Konsum zuckerhaltiger Getränke zu reduzieren. Die Abgabe wird in zwei Stufen gestaffelt: 26 Cent pro Liter für Getränke mit 5 bis unter 8 Gramm Zucker pro 100 Milliliter und 32 Cent pro Liter für Getränke ab 8 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Ausgenommen sind unter anderem alkoholische Getränke, alkoholfreie Biere, reine Frucht- und Gemüsesäfte sowie ungesüßte Schorlen. Kleine und unabhängige Hersteller mit einer jährlichen Produktionsmenge von bis zu einer Million Litern sollen von der Steuer befreit werden, wobei die Zustimmung der EU-Kommission noch aussteht. Die erwarteten Steuereinnahmen wurden im Vergleich zu früheren Entwürfen reduziert und liegen für 2027 bei 690 Millionen Euro und für 2031 bei 890 Millionen Euro. Die Einnahmen sollen zur teilweisen Kompensation einer geplanten Kürzung des Bundeszuschusses an den Gesundheitsfonds verwendet werden. Die Einigung über die Zuckersteuer erfolgte nach langwierigen Verhandlungen innerhalb der schwarz-roten Koalition, in denen es insbesondere um die Höhe der Steuer und die Ausnahmenregelungen ging.

Wo sie sich unterscheiden

  • taz.de betont, dass die ursprünglichen Einnahmepläne des Finanzministeriums deutlich reduziert wurden, während ntv.de die erwarteten Einnahmen nur am Rande erwähnt.
  • Spiegel Online konzentriert sich auf die potenziellen Preiserhöhungen für Verbraucher, während andere Quellen den Fokus stärker auf die gesundheitspolitischen Ziele legen.
  • Tagesschau.de bietet eine Video-Berichterstattung über die neue Steuer, die in anderen Quellen nicht vorhanden ist.
  • Zeit Online erwähnt den symbolischen Akt der Apfel- und Blütenköniginnen, die dem Bundeskabinett Apfelkörbe überreichten, was in anderen Quellen nicht erwähnt wird.

Was noch nicht bekannt ist

  • Wie sich die Zuckersteuer tatsächlich auf die Preise der Getränke auswirken wird, ist noch unklar.
  • Ob die EU-Kommission die Befreiung für kleine Hersteller genehmigen wird, steht noch aus.
  • Inwieweit die Zuckersteuer tatsächlich zu einem gesünderen Konsumverhalten führen wird, ist noch nicht absehbar.

Hintergrund

  • Die Zuckersteuer ist ein Instrument, das in verschiedenen Ländern eingesetzt wird, um den Konsum zuckerhaltiger Getränke zu reduzieren und die öffentliche Gesundheit zu fördern [background knowledge]. Derzeit gibt es in Deutschland keine bundesweite Zuckersteuer, obwohl einige Kommunen ähnliche Maßnahmen ergriffen haben [background knowledge]. Die schwarz-rote Koalition bezieht sich auf die Regierungskoalition aus Sozialdemokratischer Partei Deutschlands (SPD) und Christlich Demokratischer Union (CDU) [Fact Refinery, 2024-07-17]. Die Verhandlungen über die Zuckersteuer waren langwierig und umstritten, insbesondere in Bezug auf die Höhe der Steuer und mögliche Ausnahmen [Fact Refinery, 2024-07-17].

Unsere Einschätzung

Unsere Einschätzung ist, dass die Einführung der Zuckersteuer ein Kompromiss innerhalb der Koalition darstellt, bei dem gesundheitspolitische Ziele mit wirtschaftlichen Interessen und dem Wunsch nach geringer Belastung für kleine Unternehmen abgewogen wurden. Die reduzierte Höhe der erwarteten Steuereinnahmen deutet darauf hin, dass finanzpolitische Erwägungen eine Rolle spielten. Die unterschiedliche Gewichtung der Themen in den verschiedenen Medienberichten zeigt, dass die Wahrnehmung der Steuer je nach Schwerpunkt variiert.

Worauf zu achten ist

  • Die Entscheidung der EU-Kommission über die Befreiung kleiner Hersteller ist entscheidend für die endgültige Ausgestaltung der Steuer (EU-Kommission, voraussichtlich bis Ende 2024). Die tatsächliche Auswirkung der Steuer auf die Getränkepreise und das Konsumverhalten wird sich erst nach der Einführung ab 2027 zeigen lassen (Marktbeobachtung, ab 2027). Die Entwicklung der Steuereinnahmen im Vergleich zu den Prognosen von 690 Millionen Euro für 2027 und 890 Millionen Euro für 2031 wird Aufschluss darüber geben, ob die Steuer ihre Ziele erreicht (Bundesministerium der Finanzen, jährlich).
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