Volkswagen hat die Schwelle für Managerboni deutlich gesenkt, sodass Führungskräfte trotz einer operativen Umsatzrendite von nur 3,8 Prozent den vollen Bonus erhalten können. Dies geschieht zu einer Zeit, in der der Konzern massive Einsparungen plant und Stellen abbauen will. Finanzchef Arno Antlitz hatte die Rendite von 3,8 Prozent im Sommer als zu niedrig kritisiert, doch interne Dokumente zeigen, dass dieser Wert nun ausreicht, um den vollen Bonus zu erhalten. Vor einem Jahr hätte diese Rendite nur die Hälfte des Bonusbetrags ermöglicht. Der VW-Aufsichtsrat, der die Erfolgsschwellen jährlich neu festlegt, wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. Derzeit ringt Volkswagen um schärfere Sparmaßnahmen, plant den Abbau von rund 12.000 weiteren Stellen bis 2030, zusätzlich zu bereits vereinbarten 35.000 Stellenstreichungen, während die IG Metall dagegen mobilisiert. Die Senkung der Bonusschwelle steht im Widerspruch zu den angekündigten Sparmaßnahmen und wirft Fragen nach der Prioritätensetzung des Managements auf.
Unsere Lesart ist, dass die Senkung der Bonusschwelle für Manager ein Signal an die Führungskräfte sendet, dass kurzfristige finanzielle Ziele Vorrang vor langfristiger Rentabilität und den angekündigten Sparmaßnahmen haben. Die Diskrepanz zwischen den Einsparungen und den Bonuszahlungen deutet darauf hin, dass die Motivation der Manager möglicherweise stärker durch finanzielle Anreize als durch die Unternehmensstrategie beeinflusst wird. Wir sehen eine potenzielle Gefahr für die Glaubwürdigkeit des Managements und die Akzeptanz der Sparmaßnahmen bei den Mitarbeitern.
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