EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat einen zweitägigen Besuch in Grönland begonnen, während die USA weiterhin Ansprüche auf die rohstoffreiche Insel erheben. Von der Leyen traf am Sonntag in Nuuk ein, wo sie von den grönländischen und dänischen Regierungschefs Jens-Frederik Nielsen und Mette Frederiksen empfangen wurde. Ziel des Besuchs ist die Stärkung der Partnerschaft zwischen der EU und Grönland, wobei Investitionszusagen in dreistelliger Millionenhöhe erwartet werden. Von der Leyen betonte in sozialen Netzwerken die enge Beziehung: „Wir sind Familie.“
Der Besuch findet vor dem Hintergrund erneuter US-amerikanischer Ansprüche auf Grönland statt. Präsident Trump argumentiert, dass Dänemark die Insel nicht ausreichend vor Russland und China schützen könne und dass die Rohstoffvorkommen von Interesse seien. Er hat die US-Truppenpräsenz in Europa mit einer Einigung über die Zukunft Grönlands in Verbindung gebracht und angedeutet, dass die USA ihre Abschreckungspolitik gegenüber Russland reduzieren könnten, sollten keine Vereinbarung erzielt werden. Im Januar wurde eine Absprache durch NATO-Generalsekretär Mark Rutte vermittelt, die die Sicherheit in der Arktis durch gemeinsames Handeln der Alliierten gewährleisten sollte.
Es bleibt unklar, ob sich Trump noch an diese Absprache gebunden fühlt. Berichten zufolge erwägen die USA, ihre Militärpräsenz auf Grönland auszubauen und ein Mitspracherecht bei Investitionen zu erhalten. Die EU ihrerseits signalisiert mit dem Besuch von der Leyens und den angekündigten Investitionen ihre Absicht, die Zusammenarbeit mit Grönland trotz der US-amerikanischen Ansprüche auszubauen. Eine neue EU-Grönland-Erklärung soll am Montag unterzeichnet werden.
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