Schlafforscher Jürgen Zulley untersucht den möglichen Einfluss des Vollmonds auf die Schlafqualität, während eine neue Übersichtsarbeit die traditionelle Acht-Stunden-Schlafregel in Frage stellt. Die Forschung deutet darauf hin, dass historische Gesellschaften und Jäger-und-Sammler-Kulturen andere Faktoren für gesunden Schlaf priorisierten, wie den Zeitpunkt, die Routine und die Regelmäßigkeit, anstatt die reine Schlafdauer. Die Acht-Stunden-Regel etablierte sich Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Vorstellung einer Dreiteilung des Tages in Arbeit, Erholung und Schlaf, jedoch ohne fundierte medizinische Grundlage. Studien an Personen mit genetisch bedingtem Kurzschlaf und an Mäusen unterstützen die Annahme, dass die Schlafdauer von sechs bis neun Stunden weniger entscheidend ist als die genannten Faktoren. Zulley betont, dass unruhige Nächte, möglicherweise beeinflusst durch den Vollmond, mit bestimmten Strategien bewältigt werden können, ohne dass die Schlafqualität zwangsläufig leidet. Die Forschung zeigt, dass der Schlaf an den Tag-Nacht-Verlauf angepasst sein sollte und dass eine regelmäßige Schlafroutine wichtig ist. Es gibt Hinweise darauf, dass der Vollmond tatsächlich die Schlafqualität beeinflussen kann, aber die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig verstanden. Die Frage, wie stark der Mond den Schlaf tatsächlich beeinflusst und welche individuellen Unterschiede dabei eine Rolle spielen, bleibt offen.
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