Eine verheerende Sturzflut, ausgelöst durch einen Gletscherabbruch an der Grenze zwischen Nepal und Tibet, hat mindestens 362 Todesopfer gefordert und über 1.400 Menschen vermisst. Die Flutwelle raste durch Täler und zerstörte Dörfer, Straßen und Infrastruktur. Experten diskutieren über die Ursachen der Katastrophe und die Möglichkeit automatisierter Frühwarnsysteme. Die Zahl der Todesopfer steigt weiterhin, und Rettungsarbeiten werden durch die schwierigen Bedingungen erschwert. Die Flut ereignete sich in einer Region, in der sich viele Pilger und Reisende aufhielten, was die Rettungsbemühungen zusätzlich erschwert. Ein See, der durch Schutt am Fluss Bhotekoshi gestaut wurde, birgt die Gefahr einer zweiten Flutwelle, vor der die Behörden warnen. Im Jahr 2023 wurde berichtet, dass weltweit rund 15 Millionen Menschen durch Gletscherseen gefährdet sind, wobei Asien und die Anden am stärksten betroffen sind. Niels Hovius vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung betont, dass für die präzise Lokalisierung und Vorhersage von Flutwellen ein verfeinertes Messnetz in gefährdeten Regionen notwendig wäre, was eine internationale Zusammenarbeit und Finanzierung erfordert. Die Vorlaufzeit zwischen Gletscherabbruch und Eintreffen der Flutwelle betrug an der tibetisch-nepalesischen Grenzstation Gyirong weniger als zehn Minuten, während weiter flussabwärts bis zu einer Stunde Vorwarnzeit möglich wäre, um Schutz zu suchen. Die Ursache der Flut war ein Gletscherabbruch am Nordhang des Langtang Lirung, der ein Erdbeben der Stärke 5,7 auslöste.
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