Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) kündigten während des Staatsbesuchs von Präsident Mohammed bin Sajid in Deutschland Investitionen in Höhe von 40 Milliarden Euro an. Damit mehr als verdoppelt sich das bisherige Investitionsvolumen des Golfstaates in die deutsche Wirtschaft, das bei rund 34 Milliarden Euro lag. Ein Teil der neuen Investitionen soll in den Aufbau von Rechenzentren mit einer Kapazität von etwa einem Gigawatt fließen. Laut Industrieminister Sultan Al Dschaber sei Deutschland seit Jahrzehnten ein wichtiger strategischer und wirtschaftlicher Partner der VAE, und die Investitionen sollen die industrielle Wettbewerbsfähigkeit, technologische Führungsrolle und das langfristige Wirtschaftswachstum in Deutschland stärken.
Die VAE sind Deutschlands wichtigster Handelspartner am Golf. Im vergangenen Jahr betrug das Handelsvolumen gut 13 Milliarden Euro, wobei Deutschland Waren im Wert von rund 11 Milliarden Euro exportierte und Importe im Wert von etwa 2 Milliarden Euro verbuchte. Die Investitionen sollen auch Möglichkeiten für gemeinsame Projekte mit deutschen Industrie- und Technologieunternehmen eröffnen und die Kompetenzen der VAE in strategischen Sektoren erweitern.
Zusätzlich zu den Investitionen wurde die Bildung eines deutsch-emiratischen Investitionsrats vereinbart, der als Plattform für die Förderung von Investitionen und den Dialog zwischen öffentlichem und privatem Sektor dienen soll. Die Bundesregierung unterstützt zudem die laufenden Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und den VAE über ein Freihandelsabkommen. Während des Besuchs wurden 29 Geschäftsabschlüsse zwischen deutschen und emiratischen Unternehmen mit einem Volumen von fast 9,4 Milliarden Euro unterzeichnet.
Human Rights Watch hat die Bundesregierung aufgefordert, die Menschenrechtslage in den VAE und die Rolle des Landes in regionalen Konflikten wie dem Sudan während des Staatsbesuchs anzusprechen. Die langfristigen Auswirkungen der Investitionen auf die Energiesicherheit und Lieferketten sowie die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen bleiben abzuwarten.
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