Die UN-Vollversammlung hat mit 164 Ja-Stimmen eine Resolution angenommen, die eine Neugestaltung der Weltkarte fordert, um Afrika in seiner tatsächlichen Grösse genauer darzustellen. Lediglich die USA stimmten gegen die Resolution, die von Togo eingebracht und von der Afrikanischen Union unterstützt wurde. Die derzeit am häufigsten verwendete Weltkarte basiert auf der Mercator-Projektion aus dem Jahr 1569, die die Grösse von Landmassen verzerrt und Afrika im Vergleich zu anderen Kontinenten, wie Russland und Grönland, zu klein darstellt. Während die Mercator-Projektion für die Seefahrt entwickelt wurde und Richtungen korrekt wiedergibt, verzerrt sie Flächen, insbesondere bei Gebieten, die weiter vom Äquator entfernt liegen. Togo’s Aussenminister Robert Dussey bezeichnete die Entscheidung als einen historischen Moment, der über reine Kartografie hinausgeht und Gerechtigkeit, Würde und Gleichberechtigung widerspiegelt. Die USA argumentierten, die Initiative sei Teil eines radikalen ideologischen Projekts. Die Resolution ist nicht bindend, fordert jedoch Regierungen, Schulen und Technologieunternehmen auf, bei der Darstellung von Grössenverhältnissen flächentreue Karten wie die „Equal Earth“-Projektion zu verwenden. Die Afrikanische Union hatte bereits im Vorjahr beklagt, dass die Mercator-Projektion ein falsches Weltbild vermittle und sich negativ auf Bildung, Medien und Politik auswirke. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Resolution tatsächlich zu einer weltweiten Änderung der Kartenstandards führen wird.
Originale Berichterstattung lesen
💬 Kommentare
📜 Kommentar-Richtlinie