Ein 52-jähriger ukrainischer Softwareentwickler, Mykola S., wurde vom Bezirksgericht Zürich zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren und 9 Monaten sowie einem zehnjährigen Landesverweis verurteilt. Er wurde wegen Erpressung, Geldwäscherei und Kinderpornografie schuldig befunden, nachdem er eine Schlüsselrolle bei einer Reihe internationaler Ransomware-Angriffe gespielt hatte. Zu den betroffenen Unternehmen gehörten die Schweizer Firmen Stadler Rail, Meier Tobler und Crealogix. Das Gericht stellte fest, dass der Mann zwar kein „Mastermind“ war, aber die Schadsoftware entwickelte und an unbekannte Hintermänner weiterleitete, die die Zielunternehmen auswählten und die Erpressungen koordinierten. Er stahl beim Angriff auf Stadler Rail rund 500 Gigabyte vertrauliche Daten, die er drohte, zu veröffentlichen, doch Stadler Rail zahlte kein Lösegeld. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich nur 12 Jahre Haft gefordert, das Gericht sprach jedoch eine längere Strafe aus. Es wurde auch eine Verbindung zum russischen Staat festgestellt, da der Auftraggeber des Hackers Verbindungen zum russischen Inlandsgeheimdienst FSB hatte und inzwischen verstorben ist. Der Gesamtschaden durch die Angriffe wird auf 100 Millionen Franken geschätzt. Der Anwalt des Angeklagten hatte einen Freispruch beantragt und argumentiert, dass die bei Hausdurchsuchungen beschlagnahmten Daten nicht verwertbar seien, was das Gericht jedoch ablehnte. Der Verurteilte befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft und kann das Urteil noch an höhere Gerichte weiterziehen. Die Polizei nahm im Oktober 2021 im Rahmen einer europaweiten Aktion mehrere Mitglieder der Ransomware-Bande fest.
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