In der CDU Sachsen-Anhalt gibt es Streit über die Aufforderung an Abgeordnete, eine eidesstattliche Erklärung zu unterzeichnen, in der sie bestätigen, nicht für AfD-Kandidaten bei der Wahl des Landtagspräsidenten und Vizepräsidenten gestimmt zu haben. Der Vorstoß, der aus der Fraktion selbst kam und letztlich verworfen wurde, wurde von mehreren CDU-Abgeordneten bestätigt, nachdem er zunächst vom Nachrichtenportal Nius gemeldet wurde. Parteichef Sven Schulze betonte, weder er noch der Fraktionsvorstand hätten den Vorschlag initiiert. Der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Räuscher forderte im Falle der Bestätigung Schulzes Rücktritt, da eine solche Erklärung ein absurdes Demokratieverständnis zeuge und die Rechte der Abgeordneten mit Füßen trete. Auch die BSW-Fraktion schloss sich dieser Forderung an und bezeichnete Schulze als nicht mehr tragbar. Die Debatte folgt auf die Wahl von Tobias Rausch als erstem AfD-Landtagspräsidenten in Deutschland, nachdem die AfD bei der Landtagswahl im September deutlich an Stimmen gewonnen hatte, aber keine absolute Mehrheit erreichte. Die AfD plant, im Dezember ihren Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum ersten AfD-Ministerpräsidenten zu wählen. Schulze wies die Vorwürfe zurück, selbst die eidesstattliche Versicherung vorgeschlagen zu haben, betonte aber, dass der Vorschlag aus der Fraktion kam und diskutiert, aber verworfen wurde.
Unsere Einschätzung ist, dass die Debatte um den vorgeschlagenen Treueschwur ein Zeichen der internen Zerrissenheit innerhalb der CDU Sachsen-Anhalt ist, ausgelöst durch den Erfolg der AfD bei der jüngsten Landtagswahl. Der Vorstoß, der nun verworfen wurde, deutet auf ein Misstrauen gegenüber eigenen Abgeordneten hin und wirft Fragen nach dem Demokratieverständnis der Parteiführung auf. Die Rücktrittsforderungen unterstreichen die Schwere der Krise und die wachsende Kritik an Sven Schulze.
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