Starbucks eröffnet Filialen in Xinjiang und stößt auf politischen Widerstand in den USA
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Image: Spiegel De
Die US-Kaffeekette Starbucks hat zwei Cafés in der chinesischen Region Xinjiang eröffnet und sieht sich daraufhin politischem Druck aus den USA ausgesetzt. John Moolenaar, der Vorsitzende des China-Sonderausschusses im US-Repräsentantenhaus, forderte das Unternehmen auf, die Geschäfte angesichts der Unterdrückung der Uiguren zu schließen und bezeichnete die Eröffnung als „schockierend und moralisch bankrott“. Mit jedem verkauften Getränk werde die Marke Starbucks mit dem Vorgehen der Kommunistischen Partei gegen die Uiguren in Verbindung gebracht, so Moolenaar. Die neuen Filialen befinden sich in der Regionalhauptstadt Ürümqi, am Großen Basar und am internationalen Flughafen.
Starbucks hatte im Frühjahr 60 Prozent seines Filialgeschäfts in China an den chinesischen Finanzinvestor Boyu Capital verkauft, behält aber weiterhin 40 Prozent der Anteile. Andere Unternehmen, wie Volkswagen, gerieten ebenfalls wegen ihrer Präsenz in Xinjiang unter Druck; Volkswagen beendete seine dortige Tätigkeit 2024. Im Gegensatz dazu wurden H&M und Adidas 2021 in China Boykottaufrufen ausgesetzt, nachdem sie Bedenken hinsichtlich möglicher Zwangsarbeit in Xinjiang geäußert hatten. Starbucks selbst plant, 250 unrentable Filialen in Nordamerika zu schließen und hat seine Expansionserwartungen für das Jahr 2026 von 600-650 auf rund 440 Neueröffnungen weltweit reduziert.
Wo sie sich unterscheiden
- Spiegel.de betont die bevorstehende Sanierung von Starbucks mit dem Schließen von 250 Filialen in Nordamerika und der Reduzierung der Expansionspläne, während Handelsblatt.de dies nur am Rande erwähnt.
- Handelsblatt.de wiederholt die Kritik an Starbucks in zwei separaten Artikeln, während Spiegel.de die Informationen in einem einzigen Artikel zusammenfasst.
- Spiegel.de formuliert die Kritik an Starbucks mit einer Überschrift, die den politischen Druck hervorhebt, während Handelsblatt.de die Kaffeekette als Hauptakteur der Meldung präsentiert.
Was noch nicht bekannt ist
- Wie Starbucks auf die Forderungen von John Moolenaar reagieren wird, bleibt unklar.
- Ob die Eröffnung der Filialen in Xinjiang langfristige Auswirkungen auf das Image von Starbucks haben wird, ist derzeit nicht absehbar.
Hintergrund
- Starbucks verkaufte im Frühjahr 60 Prozent seines Filialgeschäfts in China an Boyu Capital, behält aber 40 Prozent der Anteile [Fact Refinery, 2024-05-15].
- Volkswagen beendete seine Geschäftstätigkeit in Xinjiang im Jahr 2024, nachdem es ebenfalls unter Druck geraten war [Fact Refinery, 2024-05-15].
- H&M und Adidas wurden 2021 in China Boykottaufrufen ausgesetzt, nachdem sie Bedenken hinsichtlich möglicher Zwangsarbeit in Xinjiang geäußert hatten [Fact Refinery, 2024-05-15].
- Xinjiang ist eine Region in China, in der die Uiguren unterdrückt werden [background knowledge].
Unsere Einschätzung
Unsere Einschätzung ist, dass Starbucks sich in einer schwierigen Lage befindet, da es versucht, wirtschaftliche Interessen in China mit dem politischen Druck in den USA in Einklang zu bringen. Die Eröffnung von Filialen in Xinjiang, während gleichzeitig Vorwürfe der Unterdrückung von Uiguren bestehen, erzeugt einen erheblichen Imageschaden. Die unterschiedliche Gewichtung der Berichterstattung in Spiegel.de und Handelsblatt.de zeigt, dass die Prioritäten der Medien unterschiedlich sind; während Spiegel.de den politischen Aspekt betont, konzentriert sich Handelsblatt.de stärker auf die wirtschaftlichen Aspekte.
Worauf zu achten ist
- Die Reaktion von Starbucks auf die Forderung von John Moolenaar, die Geschäfte in Xinjiang zu schließen, wird Aufschluss darüber geben, wie das Unternehmen mit dem politischen Druck umgeht [US-Repräsentantenhaus, innerhalb der nächsten zwei Wochen].
- Die Entwicklung des Images von Starbucks nach der Eröffnung der Filialen in Xinjiang, gemessen an der Kundenresonanz und den Social-Media-Trends, könnte zeigen, ob die Entscheidung langfristige Folgen hat [Social Media, laufend].
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