Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mohammed bin Sajid Al Nahjan, hat einen zweitägigen Staatsbesuch in Deutschland begonnen. Bei dem Besuch, der mit militärischen Ehren in Berlin begann, sollen Abkommen im Milliardenvolumen geschlossen werden, deren Details noch nicht bekannt sind. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfing den Gast, und ein Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur Unterzeichnung der Abkommen ist geplant. Dieser Besuch erfolgt vor dem Hintergrund neuer geopolitischer Krisen, darunter der Konflikt im Iran, und zielt darauf ab, die Beziehungen zwischen Deutschland und den VAE zu vertiefen und Abhängigkeiten abzubauen.
Die Beziehungen werden jedoch kritisch betrachtet. Der Historiker Roman Deckert bemängelt, dass die Bundesregierung mit dem Empfang des VAE-Präsidenten und dem bevorstehenden Staatsbankett einen „Persilschein“ bezüglich der Rolle der VAE im Sudan-Krieg ausstelle. Laut Deckert leisten die VAE massive Unterstützung für die paramilitärische RSF-Miliz im Sudan, die schwere Kriegsverbrechen begeht. UN-Experten haben diese Unterstützung ebenfalls kritisiert. Deckert kritisiert, dass westliche Regierungen, einschließlich der deutschen, die VAE nicht öffentlich als Unterstützer der RSF benennen, sondern versuchen, ihren Einfluss hinter verschlossenen Türen geltend zu machen – was seiner Meinung nach bisher keine Wirkung gezeigt hat. Er sieht in der strategischen Partnerschaft Deutschlands mit den VAE und den geplanten Millionendeals eine Inszenierung der Emirate als Kämpfer gegen den politischen Islamismus.
Die Entscheidung der Bundesregierung, den VAE den Hof zu machen, habe „extreme Symbolkraft“, so Deckert, insbesondere für eine christliche Partei wie die CDU, die seiner Ansicht nach Menschenleben achten sollte. Rüstungsexporte an Kriegstreiber sollten gestoppt statt ausgeweitet werden. Es bleibt offen, ob die Bundesregierung angesichts der Vorwürfe der Unterstützung der RSF durch die VAE ihre Politik überdenken wird.
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