Der SPIEGEL hat eine neue Schnittstelle für seine digitalisierte NSDAP-Mitgliederkartei eingeführt, die es ermöglicht, die Daten über Chatbots wie ChatGPT und Claude abzufragen. Nutzer mit einem SPIEGEL-Account können nun direkt in diesen KI-Assistenten nach Personen suchen, Fragen zur Parteimitgliedschaft stellen und die digitalisierten Originalkarteikarten im Chat anzeigen lassen. Die neue Funktion soll nicht nur die Recherche erleichtern, sondern auch dabei helfen, die historischen Dokumente einzuordnen, indem sie Zugriff auf Hintergrundinformationen aus Dutzenden SPIEGEL-Artikeln bietet. Der SPIEGEL weist jedoch darauf hin, dass sowohl die automatische Erfassung der Karteikarten als auch deren Interpretation durch Sprachmodelle fehleranfällig sein können und die Antworten als Ausgangspunkt für weitere Recherchen betrachtet werden sollten. Die Kartei ist zudem für den Grimme Online Award nominiert. Die *Faz* thematisiert in diesem Zusammenhang Aussagen von AfD-Politikern, die an Aussagen aus den 1930er Jahren erinnern, und stellt die Frage nach den Motiven dahinter. Die neue Chatbot-Schnittstelle soll es Nutzern ermöglichen, sich auf interaktive Weise mit den historischen Dokumenten auseinanderzusetzen, anstatt sich durch Suchmasken und Datenbankeinträge zu klicken.
Unsere Lesart ist, dass der SPIEGEL mit der Bereitstellung dieser Schnittstelle sowohl eine technische Innovation als auch eine Möglichkeit zur vertiefenden historischen Recherche anbietet. Die gleichzeitige Thematisierung durch die *Faz* der Ähnlichkeiten in der Rhetorik der AfD mit Aussagen aus der NS-Zeit legt nahe, dass die Veröffentlichung auch eine politische Dimension hat und zur kritischen Auseinandersetzung mit der aktuellen politischen Lage anregen soll. Wir sehen, dass die Betonung auf der interaktiven Nutzung der Dokumente darauf abzielt, eine breitere Öffentlichkeit für die Geschichte zu sensibilisieren.
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