Der spanische Geheimdienst CNI warnte die Regierung am 29. Juli, einen Tag vor dem Massenandrang von über 70.000 Menschen aus Marokko auf die spanische Exklave Ceuta. Die spanische Regierung hat 40 Dokumente von Polizei und Geheimdiensten freigegeben, um Vorwürfen der Opposition entgegenzuwirken, sie sei nicht ausreichend auf die Ereignisse vorbereitet gewesen. Die freigegebenen Dokumente bestätigen, dass Sicherheitsbehörden im Vorfeld vor einem möglichen Ansturm gewarnt hatten, jedoch keine genauen Vorhersagen trafen. Ein CNI-Mitarbeiter informierte seinen Kabinettschef in Ceuta über Aufrufe in sozialen Medien zu einem „Sturm“ auf den Grenzzaun, wobei die Gruppen, die diese Aufrufe verbreiteten, insgesamt über 180.000 Follower hatten. Die Einwanderungspolizei Cenif registrierte im Juli bereits 1.000 illegale Einwanderer, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Regierung betont, dass der CNI keine formelle Mitteilung an die Befehlskette oder an Regierungsmitglieder weitergeleitet habe und argumentiert, dass eine solche Warnung in der gegebenen Situation anders hätte erfolgen müssen. Die Opposition sieht darin jedoch ein Versäumnis der Regierung. Die Dokumente deuten darauf hin, dass die marokkanischen Sicherheitskräfte überfordert waren, jedoch gibt es keine Hinweise darauf, dass Marokko den Ansturm aktiv begünstigt hätte. Die Frage, ob Marokko direkt an der Organisation der Aktion beteiligt war, bleibt weiterhin unbeantwortet. Linke Medien betonen die Warnungen des CNI und kritisieren die Reaktion der Regierung, während rechtsgerichtete Medien die mangelnde Vorbereitung der Regierung hervorheben. Die Dokumente lassen unterschiedliche Interpretationen zu, je nach politischem Interesse.
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