Die schwedische Parlamentswahl am 13. September findet in einem Umfeld statt, in dem die Rechtspopulisten der Schwedendemokraten nach der Macht greifen, während die Sozialdemokraten eine mögliche Rückkehr an die Macht anstreben. Nach vier Jahren, in denen die Konservativen die Schwedendemokraten geduldet haben, könnten diese nun eine größere Rolle in der Regierung spielen. Allerdings deutet die Wahlkampfentwicklung darauf hin, dass der erwartete Rechtsruck ausgeblieben ist und ein linkes Bündnis unter Führung von Magdalena Andersson derzeit in Umfragen vorn liegt.
Die Schwedendemokraten, angeführt von Åkesson, haben in den letzten Jahren an Einfluss gewonnen, ohne jedoch die volle Verantwortung zu übernehmen. Die derzeitige Regierung von Ulf Kristersson, eine Minderheitsregierung, stützt sich auf die Unterstützung der Schwedendemokraten. Jüngste Umfragen zeigen jedoch, dass die Kluft zwischen der Regierung und dem linken Bündnis geschrumpft ist.
Ein wesentliches Wahlkampfthema war zunächst die Migration, doch viele Wähler scheinen von einer harten Migrationspolitik abgeschreckt worden zu sein. Sowohl Sozialdemokraten als auch Konservative nähern sich in ihrer Haltung zur Zuwanderung an. Der Klimaschutz spielt in Schweden weiterhin eine bedeutende Rolle, und viele Wähler sind enttäuscht, dass die regierende Koalition einige Klimaschutzmaßnahmen zurückgenommen hat. Rund 10.000 Menschen demonstrierten in Stockholm für stärkeres Engagement im Klimaschutz, angeführt von Greta Thunberg.
Es bleibt abzuwarten, ob die Tidö-Regierung, die aus Konservativen und Liberalen besteht, ihre Position verteidigen kann oder ob ein linkes Bündnis die Wahl gewinnt. Die Wahlbeteiligung wird von knapp 8,2 Millionen Wahlberechtigten erwartet.
Unsere Lesart ist, dass die anfängliche Erwartung eines deutlichen Rechtsrucks in Schweden möglicherweise nicht eintreten wird. Obwohl die Schwedendemokraten an Einfluss gewonnen haben und die Konservativen sie bisher geduldet haben, scheint die öffentliche Meinung sich zu verschieben. Die Enttäuschung über die Klimapolitik der Regierung und eine mögliche Abkehr von einer harten Migrationspolitik könnten zu einem stärkeren Ergebnis für das linke Bündnis unter Führung von Magdalena Andersson führen.
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