In Sachsen-Anhalt finden am Sonntag Landtagswahlen statt, vor denen Tausende Menschen für Demokratie und Vielfalt auf die Straße gegangen sind. Die AfD führt in Umfragen mit 42 Prozent deutlich vor der CDU (22 Prozent), was eine negative Grundstimmung im Land widerspiegelt. Laut einer Umfrage könnte sich die Wahlentscheidung von jedem zehnten Wähler noch ändern. Integration, Bildung und Wirtschaft sind die wichtigsten Themen. Politologe Benjamin Höhne führt die hohen Zustimmungswerte für die AfD auf eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Landesregierung und ein geringes Vertrauen in die Parteien zurück. Die CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze und der AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund liegen in Umfragen gleichauf, wobei Siegmund in allen Altersgruppen außer den über 65-Jährigen vorn liegt. Die AfD beendet heute ihren Wahlkampf, während gleichzeitig zahlreiche Demonstrationen stattfinden, darunter eine Großveranstaltung mit rund 8.000 Teilnehmern in Magdeburg. Demokratische Initiativen äußern die Angst, nach der Wahl allein gelassen zu werden. Wahlforschungsinstitute rechnen nicht mit einem Mobilisierungseffekt wie 2021, da sich die AfD-Gegner breiter auf verschiedene Parteien aufgeteilt haben. Bundesbildungsministerin Karin Prien kritisiert die von der AfD geforderte Abschaffung der Schulpflicht. Die Stimmung im Land ist geprägt von Unzufriedenheit und Misstrauen, aber auch von einem demokratischen Protest, der Hoffnung auf eine positive Entwicklung gibt.
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