Die ukrainische Hauptstadt Kyjiw wurde in der Nacht zu Donnerstag durch massive russische Luftangriffe getroffen, bei denen 18 Menschen verletzt wurden, darunter zwei Kinder. Gleichzeitig gibt es in der Ukraine eine wachsende Debatte darüber, ob und wann Wahlen während des Krieges stattfinden sollten, obwohl das Gesetz Wahlen im Krieg verbietet. Der ehemalige Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow fordert die Vorbereitung von Wahlen, während andere Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Durchführbarkeit äußern. In Russland finden Scheinwahlen statt, bei denen Kandidaten mit Kriegserfahrung gegen Kriegsgegner antreten, was als Inszenierung durch Präsident Putin wahrgenommen wird. Russland greift zunehmend Einrichtungen der Lebensmittelversorgung in der Ukraine an, was zu leeren Regalen in den Geschäften führt. Ein russischer Sprecher bestreitet jegliche Foltervorwürfe, während Berichte über Folter in von Russland besetzten Gebieten zunehmen.
In der Nacht zu Donnerstag wurden in Kyjiw Lagerhäuser, Bürogebäude, Wohnhäuser und Autos durch Raketen und Drohnenangriffe beschädigt. Betroffen waren auch Anlagen des Wasserversorgers und Bahnanlagen. In der Region Odessa wurden sieben Menschen verletzt, als ein mehrstöckiges Wohnhaus von einer Drohne getroffen wurde. Der Bahnhof von Berestyn in der Region Charkiw wurde ebenfalls angegriffen, aber die Fahrgäste und das Personal konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Die Diskussion um Wahlen in der Ukraine wurde durch die Forderung des ehemaligen Verteidigungsministers Fedorow angeheizt, der einen „rechtmäßigen, sicheren und realistischen Mechanismus“ für Wahlen während des Krieges fordert. Er schlägt vor, ähnliche Verfahren wie in den USA anzuwenden, mit mehrtägigen Wahlmöglichkeiten und Wahllokalen für Soldaten an der Front. Ein Berater des Präsidenten Lytwyn weist darauf hin, dass die täglichen russischen Angriffe die Durchführung von Wahlen erschweren. Jurij Hanuschtschak argumentiert, dass es an der Zeit sei, über einen demokratischen Machtwechsel nachzudenken, da die Dauer des Krieges unklar ist.
In Russland finden Scheinwahlen statt, bei denen Kriegsteilnehmer wie Eduard Schonow als Kandidaten antreten. Schonow, ein Veteran, wird von der Machtpartei „Einiges Russland“ unterstützt. In den besetzten Gebieten der Ukraine werden Stimmzettel unter fragwürdigen Umständen abgegeben. Präsident Putin stellt die Wahl als Unterstützung des Krieges dar.
Die russische Botschaft bestreitet Vorwürfe der Folter in den besetzten Gebieten und behauptet, dass ukrainische Behörden Bewohner verfolgen, die mit Russland zusammengearbeitet haben sollen.
Unsere Lesart ist, dass die russischen Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur und Bevölkerung nicht nachlassen, während gleichzeitig innerhalb der Ukraine eine Diskussion über die Möglichkeit von Wahlen entbrennt. Die Scheinwahlen in Russland scheinen ein Mittel für Putin zu sein, die öffentliche Unterstützung für den Krieg vorzutäuschen und die Besetzung der Gebiete zu legitimieren. Die Berichte über Folter und die russischen Bestreitungen deuten auf eine systematische Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten hin.
Originale Berichterstattung lesen
💬 Kommentare
📜 Kommentar-Richtlinie