Rechtsgerichtete Netzwerke beim Berliner "Marsch für das Leben"
Politik
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2h ago

Rechtsgerichtete Netzwerke beim Berliner "Marsch für das Leben"

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Zum 22. Mal fand am Samstag in Berlin der "Marsch für das Leben" statt, bei dem Demonstranten ein absolutes Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen forderten. Parallel dazu gab es Demonstrationen in Köln und Zürich. Der Bundesverband Lebensrecht organisiert den Marsch, der in den vergangenen Jahren oft von Vertretern der AfD wie Beatrix von Storch und Franz Schmid besucht wurde. Gegenproteste, angeführt vom Bündnis "What the fuck?!", warnten vor der internationalen Vernetzung der "Lebensschützer*innen", insbesondere mit der US-amerikanischen Maga-Bewegung und der Heartbeat-International-Konferenz, die zeitgleich in Berlin stattfand. Kritiker sehen in der Bewegung eine antifeministische Ideologie, die Migrationsfeindlichkeit und völkisches Gedankengut verbindet, und betonen, dass der vermeintliche Lebensschutz oft darauf abzielt, die reproduktive Selbstbestimmung von Frauen zu kontrollieren. Die jährlichen Abtreibungszahlen in Deutschland belaufen sich seit 1977 auf rund 100.000 pro Jahr, mit einer geschätzten Dunkelziffer in ähnlicher Höhe. Insgesamt wurden bis zum 31. März 2026 6.822.080 und bis Ende Juni 2026 voraussichtlich rund 6,84 Millionen Abtreibungen in Deutschland registriert. Während einige katholische Bischöfe in anderen Ländern an ähnlichen Märschen teilnehmen, sind deutsche Bischöfe nur selten persönlich vertreten, sondern senden lediglich Grußworte. Die Kritik an Abtreibungen ist in den letzten Jahren leiser geworden, und der "Marsch für das Leben" stellt eine der wenigen verbliebenen öffentlichen Protestformen dar.

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