Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre haben erstmals direkt mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über den Krieg in der Ukraine gesprochen. Ziel des Telefonats war es, Putin Botschaften bezüglich möglicher Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zu übermitteln, teilten die beiden Politiker in Helsinki mit. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte das Gespräch, das zuvor nicht öffentlich bekannt gegeben worden war. Stubb und Støre betonten, dass sie nicht im Namen Europas handelten, sondern als Staats- und Regierungschefs ihrer Länder, und dass ihre langfristige Unterstützung für die Ukraine fortgesetzt werde.
Stubb beschrieb die Diskussion als „direkt und sachlich“ und betonte, dass das Ende des Krieges direkte Gespräche erfordere und Auswirkungen auf die Sicherheit Finnlands, Norwegens und ganz Europas habe. Støre hob hervor, dass das Leid und die Zerstörung durch den Krieg ganze Generationen beeinflussen werden und eine Deeskalation notwendig sei. Vor dem Telefonat hatten Stubb und Støre den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und den US-Vermittler Steve Witkoff in Oslo getroffen.
Witkoff führte im Anschluss Gespräche mit Putin, in denen eine Wiederaufnahme von Dreier-Gesprächen mit Russen, Ukrainern und Amerikanern vereinbart wurde. Diese Verhandlungen sollen im November in Abu Dhabi stattfinden, wobei die Europäer an einer Beteiligung interessiert sind. Der Kreml zeigte sich offen für eine Einbeziehung Europas, das die Ukraine bereits mit Waffen und finanzieller Hilfe unterstützt. Selenskyj wurde von Stubb und Støre über das Telefonat mit Putin informiert.
Es bleibt abzuwarten, ob die angestrebten Gespräche in Abu Dhabi tatsächlich stattfinden und zu einer Deeskalation des Konflikts führen können. Die Bereitschaft des Kremls, europäische Vertreter an den Verhandlungen zu beteiligen, könnte ein erster Schritt in Richtung eines umfassenderen Friedensprozesses sein.
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