In Thüringen hat AfD-Fraktionschef Björn Höcke ein konstruktives Misstrauensvotum gegen CDU-Ministerpräsident Mario Voigt initiiert, wobei der Vorwurf eines anerkannten Doktortitels erneut im Raum steht. Die Abstimmung im Landtag am Freitag wird als Lackmustest für den Zusammenhalt der regierenden Koalition aus CDU, BSW und SPD angesehen. Höcke strebt selbst die Übernahme des Ministerpräsidentenamtes an, benötigt dafür aber eine Mehrheit von 45 Stimmen, die er ohne Unterstützung anderer Fraktionen nicht erreichen kann. Die BSW-Fraktion hat angekündigt, geschlossen gegen das Misstrauensvotum zu stimmen, während die Bundesführung der Partei eine Ablösung Voigts durch einen überparteilichen Kandidaten ins Spiel gebracht hat. Diese unterschiedliche Haltung innerhalb der BSW führt zu Spannungen. In Sachsen-Anhalt bereitet sich der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund darauf vor, bei der kommenden Landtagswahl anzutreten und möglicherweise als erster AfD-Ministerpräsident Deutschlands gewählt zu werden. Siegmund präsentiert sich als Verkäufer der AfD-Ideen und betont die Bedeutung einer „heilen Welt“ in ländlichen Regionen. Sein Programm fordert unter anderem eine „unverkrampfte“ deutsche Identität und eine „Abschiebe- und Remigrationsoffensive“, die jedoch von Juristen als rechtswidrig eingestuft wird. Die Koalition in Thüringen verfügt nur über 44 der 88 Sitze im Landtag, was die Abstimmung zu einem entscheidenden Moment für ihre Stabilität macht.
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