Lula sichert sich vierte Amtszeit als Präsident Brasiliens nach knapper Stichwahl
Politik
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18m ago

Lula sichert sich vierte Amtszeit als Präsident Brasiliens nach knapper Stichwahl

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Image: Spiegel De

Luiz Inácio Lula da Silva wurde nach Auszählung fast aller Stimmen zum Präsidenten Brasiliens wiedergewählt und sichert sich damit eine historische vierte Amtszeit. Er setzte sich in der Stichwahl knapp gegen Flávio Bolsonaro durch, wobei Lula 51,75 Prozent der Stimmen auf sich vereinte, während Bolsonaro 48,25 Prozent erhielt. Rund 159 Millionen Brasilianer waren zur Wahl aufgerufen. Die Wahl war von einem Kopf-an-Kopf-Rennen geprägt, wobei Umfragen vor der Wahl ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis vorhersagten. In der ersten Wahlrunde hatte Bolsonaro noch mit rund 47 Prozent der Stimmen vor Lula mit 45 Prozent gelegen. Die Wahlzeit wurde landesweit um zwei Stunden verlängert, nachdem ein Richter auf gemeldete Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr und Überschwemmungen in einigen Bundesstaaten hinwies. In Salvador kam es zu einem Streit um Busse mit Wahlwerbung für Lula, der zur Festnahme des städtischen Mobilitätssekretärs führte. Politologin Sabrina Fernandes betonte, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung Lula hasse, unabhängig von seinen politischen Leistungen, und dass eine Entpolitisierung sowie Desinformation eine Rolle spielten. Die Linke hatte nach dem ersten Wahlgang eine Schockstarre überwunden und organisierte landesweit Proteste. Es gibt Bedenken, dass eine mögliche rechte Mehrheit im Parlament die Verfassung ändern und die Amtszeit von Bolsonaro verlängern könnte. Die Wahl steht im Gegensatz zu einem Trend in Lateinamerika, wo zunehmend rechtsgerichtete Kandidaten an die Macht kommen.

Wo sie sich unterscheiden

  • ND (links) betont die Entpolitisierung und Desinformation als wesentliche Faktoren, die zur Stärke Bolsonaros beigetragen haben, während andere Quellen dies weniger hervorheben.
  • Recht-leaning Medien wie Bild und Handelsblatt konzentrieren sich stärker auf die Jubelrufe und das Feuerwerk nach der Verkündung des Ergebnisses, während linke Medien eher die politische Bedeutung und die Proteste hervorheben.
  • Spiegel.de und Zeit.de berichten detaillierter über die Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr und die daraus resultierende Verlängerung der Wahlzeit, während andere Quellen dies nur kurz erwähnen.
  • ND betont die Gefahr einer Verfassungsänderung durch eine rechte Mehrheit im Parlament, während andere Quellen dies zwar erwähnen, aber nicht so stark hervorheben.

Was noch nicht bekannt ist

  • Wie stark die anhaltende Ablehnung von Lula in der Bevölkerung seine zukünftige Regierung beeinflussen wird.
  • Inwieweit die geopolitische Lage in Lateinamerika und die Beziehungen zu den USA die Politik der neuen Regierung beeinflussen werden.
  • Ob die Arbeiterpartei PT ihre strategische Ausrichtung ändern wird, um die Kritik an ihrer Vergangenheit zu adressieren.

Hintergrund

  • Luiz Inácio Lula da Silva war bereits von 2003 bis 2010 Präsident Brasiliens [background knowledge].
  • In der ersten Wahlrunde lag Jair Bolsonaro mit rund 47 Prozent der Stimmen vor Lula mit 45 Prozent [Fact Refinery, 2023-10-30].
  • Rund 159 Millionen Brasilianer waren zur Wahl aufgerufen [Fact Refinery, 2023-10-30].
  • Die Wahl wurde landesweit um zwei Stunden verlängert, nachdem Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr gemeldet wurden [Fact Refinery, 2023-10-30].

Unsere Einschätzung

Unsere Lesart ist, dass diese Wahl trotz des knappen Ergebnisses eine deutliche Verschiebung in der politischen Landschaft Brasiliens darstellt, die sich von dem jüngsten Trend zu rechtsgerichteten Regierungen in Lateinamerika abhebt. Die Berichterstattung zeigt, dass die Polarisierung tiefgreifend ist und die anhaltende Ablehnung von Lula eine Herausforderung für seine zukünftige Regierung darstellen wird. Die Hervorhebung der potenziellen Gefahr einer Verfassungsänderung durch eine rechte Mehrheit im Parlament unterstreicht die Bedeutung der politischen Dynamik innerhalb der Legislative.

Worauf zu achten ist

  • Die Zusammensetzung des Parlaments und die Stärke der rechten Mehrheit werden entscheidend sein, um zu sehen, ob Verfassungsänderungen angestrebt werden (Parlamentszusammensetzung, nach der Wahl).
  • Die Entwicklung der öffentlichen Meinung und die Intensität der Proteste werden zeigen, wie stark die Ablehnung von Lula tatsächlich ist (Meinungsumfragen, in den kommenden Monaten).
  • Die geopolitische Ausrichtung der neuen Regierung und ihre Beziehungen zu den USA werden Aufschluss über ihre zukünftige Politik geben (Erste außenpolitische Äußerungen und Treffen, in den kommenden Wochen).
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