Le Pen legt in Umfrage nach Ausschreitungen in Frankreich leicht zu
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Image: Spiegel De
Marine Le Pen, die Rechtsnationale in Frankreich, hat in der ersten Wahlumfrage zur Präsidentschaft seit den jüngsten Ausschreitungen einen leichten Zuwachs an Zustimmung verzeichnet. Die Ifop-Umfrage, die im Auftrag von LCI, Sud Radio und Le Figaro durchgeführt wurde, sieht sie je nach Szenario mit 34 bis 38 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang. Dies entspricht einem Anstieg von einem bis zwei Prozentpunkten im Vergleich zur vorherigen Ifop-Umfrage und liegt im Einklang mit einer früheren Odoxa-Umfrage, die ihr ebenfalls 38 Prozent zuordnete. Le Pen forderte nach den Unruhen ein härteres Durchgreifen der Behörden und machte die Regierung Macron und die Einwanderungspolitik für die Ausschreitungen verantwortlich. Jean-Luc Mélenchon von der Linkspartei liegt in der Umfrage mit 15 bis 20 Prozent auf dem zweiten Platz, gefolgt von Raphaël Glucksmann und Édouard Philippe. Der amtierende Präsident Macron kann nicht mehr antreten. In der zweiten Wahlrunde sieht die Ifop-Umfrage Le Pen unabhängig vom Herausforderer vorn. Die Entscheidung, wer für die anderen politischen Lager ins Rennen geht, ist noch offen, könnte aber entscheidend für Le Pens Chancen sein. Zudem könnte Le Pen durch eine Berufungsverhandlung wegen Veruntreuung von EU-Geldern noch im Wahlkampf mit einer Fußfessel belegt werden, gegen die sie Revision eingelegt hat.
Wo sie sich unterscheiden
- Tagesanzeiger.ch und Spiegel Online betonten die Möglichkeit, dass Le Pen durch die Verurteilung wegen Veruntreuung von EU-Geldern im Wahlkampf behindert werden könnte, während dies im Standard.at und Faz.de nicht hervorgehoben wurde.
- Spiegel Online und Tagesanzeiger.ch erwähnten Kommentare und Meinungsbeiträge zur Lage in Frankreich, während Standard.at und Faz.de sich ausschließlich auf die Umfrageergebnisse konzentrierten.
- Faz.de formulierte die Nachricht kürzer und konzentrierte sich stärker auf die Unklarheit bezüglich der Kandidaten der anderen Parteien.
Was noch nicht bekannt ist
- Es ist nicht aus den Daten ableitbar, ob die Ausschreitungen den leichten Zuwachs in der Umfrage verursacht haben, da keine Fragen zu diesem Thema gestellt wurden.
- Es ist unklar, wer letztendlich als Herausforderer gegen Le Pen in der zweiten Wahlrunde antreten wird, da sich die anderen politischen Lager noch nicht vollständig positioniert haben.
Hintergrund
- Marine Le Pen ist Vorsitzende der Rassemblement National, einer hard-right Partei in Frankreich [background knowledge]. Sie kandidierte bereits mehrfach bei Präsidentschaftswahlen, unter anderem im Jahr 2017 und 2022 [background knowledge]. Die jüngsten Unruhen in Frankreich wurden durch die tödliche Schießung eines Jugendlichen durch die Polizei ausgelöst [Fact Refinery, 2023-07-03]. Präsident Macron kann laut Artikel nicht erneut kandidieren, was die politische Landschaft verändert [Fact Refinery, 2023-07-03].
Unsere Einschätzung
Unsere Einschätzung ist, dass die Umfrageergebnisse einen möglichen Trend hin zu Marine Le Pen anzeigen, der durch die jüngsten Ausschreitungen verstärkt werden könnte, obwohl ein direkter Zusammenhang nicht bewiesen ist. Die Unsicherheit bezüglich des Herausforderers in der zweiten Wahlrunde deutet darauf hin, dass die Wahlstrategie der anderen politischen Lager entscheidend sein wird. Die mögliche Verurteilung wegen Veruntreuung von EU-Geldern stellt eine erhebliche Bedrohung für Le Pens Wahlkampf dar.
Worauf zu achten ist
- Die Ergebnisse der Berufungsverhandlung wegen Veruntreuung von EU-Geldern, die Le Pen mit einer Fußfessel belegen könnte (Gerichtsurteile, zu erwartender Termin unbekannt). Die offizielle Bekanntgabe der Kandidaten der anderen politischen Lager für die zweite Wahlrunde (Parteikonferenzen, voraussichtlich im Herbst). Die Entwicklung der Umfragewerte im Laufe des Wahlkampfs, insbesondere im Hinblick auf die Reaktion der Wählerschaft auf die Ausschreitungen und Le Pens Position dazu (Ifop, LCI, Sud Radio, Le Figaro, regelmäßige Umfragen).
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