Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, wird im Februar 2027 neuer Geschäftsführer der European Climate Foundation. Er löst damit Laurence Tubiana ab, eine der Architekten des Pariser Klimaabkommens von 2015. Flasbarth wird sein Amt im Umweltministerium voraussichtlich Anfang November aufgeben, seine Nachfolgerin wird Heike Henn, derzeit Abteilungsleiterin für internationale Klimapolitik. Bereits 2016 und 2018 hatte Flasbarth versucht, eine internationale Führungsposition im Umweltbereich zu übernehmen, war aber jeweils gescheitert. Die European Climate Foundation, mit Hauptsitz in Den Haag, verfügte im Jahr 2025 über ein Budget von fast 258 Millionen Euro, finanziert hauptsächlich durch andere Stiftungen wie die Gates Foundation und Bloomberg Philanthropies.
Flasbarth hatte sich bereits länger einen Wechsel in die internationale Klimapolitik gewünscht. Seine Rückkehr ins Bundesumweltministerium im Mai 2025 erfolgte unter veränderten politischen Rahmenbedingungen, in denen der Klimaschutz im Vergleich zu früheren Jahren weniger Priorität genießt. Regierungsquellen betonen jedoch, dass Flasbarth nicht durch diese Entwicklung zum Weggang motiviert wurde, sondern vielmehr den Wunsch hatte, bisherige Errungenschaften zu verteidigen und sich international zu engagieren. Er gilt als erfahrener Klima- und Umweltschutzexperte, der von 1992 bis 2003 den Naturschutzbund Deutschland (Nabu) leitete, von 2009 bis 2013 Präsident des Umweltbundesamts war und von 2013 bis 2021 sowie erneut ab 2025 als Staatssekretär im Bundesumweltministerium tätig war. In der Zwischenzeit war er Staatssekretär im Entwicklungsministerium.
Unsere Lesart ist, dass Flasbarths Wechsel zur European Climate Foundation weniger eine Flucht aus einer weniger klimafreundlichen politischen Landschaft darstellt, als vielmehr eine bewusste Entscheidung ist, seine Expertise auf internationaler Ebene einzusetzen. Die Quellen deuten darauf hin, dass er seine bisherigen Errungenschaften verteidigen möchte, auch wenn die Prioritäten im Inland möglicherweise verschoben wurden. Die unterschiedliche Gewichtung der Berichterstattung in den verschiedenen Medien legt nahe, dass der Fokus entweder auf seiner langen Amtszeit im Ministerium oder auf den veränderten politischen Rahmenbedingungen liegt.
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