Der linke Block hat bei den schwedischen Reichstagswahlen einen hauchdünnen Vorsprung errungen und liegt mit 175 zu 174 Mandaten vorn. Die Schwedendemokraten, eine rechtsnationale Partei, haben erstmals seit Jahren Stimmen verloren und fallen hinter die Moderate Partei zurück, obwohl die bisherige Regierung eine schärfere Migrationspolitik verfolgte. Die Wahl war von einem knappen Ergebnis geprägt, wobei wenige tausend Stimmen den Unterschied zwischen den Lagern ausmachten. Vor den Wahllokalen kam es zu großem Andrang und langen Warteschlangen, was ältere Wähler beeinträchtigte. Die vorzeitige Stimmabgabe ist im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gestiegen und könnte das Wahlergebnis entscheidend beeinflussen.
Die Linkspartei (Vänsterpartiet) sah sich mit Vorwürfen konfrontiert, wonach einige Wahlkandidaten Hass gegen Juden verbreiteten, Verschwörungstheorien teilten oder den Terror von Hamas und Hisbollah verherrlichten. Mehr als 30 Kandidaten mussten von den Wahllisten gestrichen werden, obwohl Parteichefin Nooshi Dadgostar betonte, dass Antisemitismus in ihrer Partei keinen Platz habe. Der Vorfall könnte der gesamten linken Koalition geschadet haben.
Die Liberalen hatten ihre Bedenken hinsichtlich einer Koalition mit den Schwedendemokraten aufgegeben, was die Tür für eine Zusammenarbeit öffnete. Die sogenannte Tidö-Koalition, die vor den Wahlen geplant war, schien den Wählern jedoch zu langweilig und effizient. Die Schwedendemokraten äußerten Enttäuschung über ihr Ergebnis und sehen sich durch die Polarisierung benachteiligt. Es bleibt abzuwarten, welche Koalition sich tatsächlich bilden wird und ob die Schwedendemokraten eine Rolle dabei spielen werden.
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