Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder besuchte eine Filiale der Supermarktkette Hyperglobus in Moskau, kurz nachdem seine Berufung in den Aufsichtsrat des russischen Ablegers von Globus bekannt gegeben wurde. Mitarbeiter der Filiale im Westen der Hauptstadt empfingen Schröder mit Applaus. Der 82-Jährige äußerte sich positiv über den Markt und die Arbeit der Beschäftigten. Der Besuch erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an Schröders Verbindungen zur russischen Wirtschaft und zu Präsident Wladimir Putin, die auch nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine und den darauf folgenden Sanktionen bestehen. Hyperglobus war im vergangenen Jahr von der deutschen Globus Holding abgespalten worden, während Russland versucht, die Kontrolle über Vermögenswerte ausländischer Unternehmen im Land zu übernehmen. Schröder betonte, er freue sich, den beeindruckenden Markt und die Ergebnisse der Arbeit zu sehen sowie seine Kollegen kennenzulernen.
Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler und pflegte während seiner Amtszeit eine enge Beziehung zu Putin. Später war er für russische Staatskonzerne tätig. Der Handelskonzern bestätigte den Besuch, Aufnahmen des Senders RBC zeigten Schröder lächelnd beim Betreten der Filiale.
Unsere Lesart ist, dass Schröders Besuch in Moskau eine demonstrative Geste ist, die seine anhaltenden Verbindungen zur russischen Wirtschaft und zu Putin unterstreicht, trotz der internationalen Kritik und Sanktionen. Die positive Darstellung des Marktes und der Mitarbeiter durch Schröder deutet auf eine bewusste Positionierung hin, die die russische Perspektive hervorhebt. Die Betonung des Zeitpunkts des Besuchs, unmittelbar nach seiner Berufung in den Aufsichtsrat, verstärkt den Eindruck, dass es sich um eine öffentliche Bekräftigung seiner neuen Rolle handelt.
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