Gerhard Schröder übernimmt Aufsichtsratsposten bei russischer Supermarktkette
Wirtschaft
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1h ago

Gerhard Schröder übernimmt Aufsichtsratsposten bei russischer Supermarktkette

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Image: Spiegel De

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat einen Posten im Aufsichtsrat von Hyperglobus, einer russischen Supermarktkette, übernommen und besuchte nun eine Filiale in Moskau. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer zunehmenden Besorgnis westlicher Unternehmen in Russland über mögliche Enteignungen durch die russische Regierung. Laut SPIEGEL wurden in den letzten Wochen bereits Tochtergesellschaften westlicher Unternehmen faktisch enteignet, darunter Metro und Nestlé. Es wird vermutet, dass Schröder aufgrund seiner guten Beziehungen zu Präsident Putin engagiert wurde, um einen gewissen Schutz für das Unternehmen zu bieten. Globus, die deutsche Muttergesellschaft, hat gezielt Bilder von Schröder in der russischen Filiale verbreiten lassen, um ein Zeichen der Stabilität und Kontinuität zu senden.

Schröder selbst betonte seine Erfahrung als Einzelhandelskaufmann und versicherte, die Interessen des Unternehmens im Auge zu behalten. Die FAZ berichtet, dass der Eigentümer von Hyperglobus, Thomas Bruch, mit der Berufung Schröders eine mögliche Kontrollübernahme durch Russland verhindern will. SPIEGEL äußert jedoch Zweifel, dass Schröder langfristig eine Übernahme verhindern kann, und sieht in der aktuellen Situation ein Zeichen für den hohen Druck auf westliche Unternehmen in Russland. Die Situation wird als Umverteilungskampf um die verbliebenen Unternehmen beschrieben, wobei russische Geschäftsleute versuchen, Unternehmen aus Staaten, die die Ukraine unterstützen, zu einem Spottpreis zu sichern. Schröder war bereits als Bundeskanzler für eine enge Zusammenarbeit mit Russland bekannt und förderte die Nordstream-Pipeline. Er ist mit Putin befreundet und war Mitglied in den Aufsichtsräten russischer Energiekonzerne, was ihm massive Kritik einbrachte. Auch während des Krieges in der Ukraine traf er Putin, um Friedensverhandlungen vorzubereiten, jedoch ohne Erfolg.

Wo sie sich unterscheiden

  • SPIEGEL betont die Angst westlicher Unternehmen vor Enteignungen und die Instabilität der Lage, während die FAZ den Fokus auf die mögliche Verhinderung einer russischen Übernahme durch Schröders Engagement legt.
  • SPIEGEL äußert Zweifel an Schröders Fähigkeit, eine Übernahme langfristig zu verhindern, während die FAZ dies als mögliches Ziel hervorhebt.
  • SPIEGEL beschreibt die Situation als einen 'Umverteilungskampf', während die FAZ dies nicht explizit thematisiert.

Was noch nicht bekannt ist

  • Ob Schröder tatsächlich langfristig die Übernahme von Globus verhindern kann, bleibt unklar.
  • Inwieweit Schröders Beziehungen zu Putin tatsächlich Schutz vor Enteignungen bieten können, ist nicht abschließend zu beurteilen.

Hintergrund

  • Gerhard Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland [background knowledge].
  • Die Nord Stream Pipeline ist eine umstrittene Gasleitung, die Russland mit Deutschland verbindet und von Schröder während seiner Amtszeit gefördert wurde [Fact Refinery, 2024-01-26].
  • In den letzten Wochen wurden Tochtergesellschaften westlicher Unternehmen in Russland faktisch enteignet, darunter Metro und Nestlé [SPIEGEL, current article].
  • Thomas Bruch ist der Eigentümer von Hyperglobus [FAZ, current article].

Unsere Einschätzung

Unsere Lesart ist, dass der Aufsichtsratsposten Schröders bei Hyperglobus ein Versuch ist, das Unternehmen vor einer möglichen Enteignung oder Übernahme durch russische Interessen zu schützen, obwohl der Erfolg dieses Vorhabens fraglich bleibt. Die gezielte Verbreitung von Bildern Schröders in der russischen Filiale deutet darauf hin, dass Globus ein Signal der Stabilität senden möchte, während gleichzeitig die Berichterstattung von SPIEGEL die prekäre Lage westlicher Unternehmen in Russland unterstreicht. Wir sehen hier einen komplexen Interessenkonflikt, der sowohl wirtschaftliche als auch politische Aspekte beinhaltet.

Worauf zu achten ist

  • Ob die russische Regierung tatsächlich Unternehmen enteignet oder übernimmt, lässt sich an den nächsten Schritten bezüglich der Metro- und Nestlé-Tochtergesellschaften beobachten [SPIEGEL, current article].
  • Die Entwicklung des Aktienkurses von Globus könnte ein Indikator für das Vertrauen der Investoren in die Stabilität des Unternehmens sein [Globus Investor Relations].
  • Ob Schröder weitere Treffen mit Putin abhält und welche Auswirkungen diese auf die Situation von Hyperglobus haben, ist zu verfolgen [Öffentliche Berichterstattung].
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