Die europäischen Gaspreise sind auf über 79 Euro pro Megawattstunde gestiegen, den höchsten Stand seit Dezember 2022, während die deutschen Gasspeicher nur zu etwa 50 Prozent gefüllt sind. Dieser Preisanstieg wird durch den Konflikt im Nahen Osten und die daraus resultierenden Unterbrechungen im LNG-Handel über die Straße von Hormus getrieben. Katar hat seine Lieferungen nach Europa und Asien ausgesetzt und die „Force-Majeure“-Klausel verlängert, was die Füllung der europäischen Speicher verlangsamt. Deutschland ist besonders betroffen, da seine Speicher nur halb gefüllt sind, im Vergleich zu etwa 83 Prozent in Italien. Analysten von Goldman Sachs schätzen, dass die TTF-Preise für Dezember 2026 über 100 Euro pro MWh steigen könnten, wenn sich die Exporte aus dem Nahen Osten nicht erholen. Europa benötigt über 100 Terawattstunden Gas im Wert von mehr als sieben Milliarden Euro, um das niedrigste Speicherziel von 75 Prozent zu erreichen. Indien, Taiwan, Thailand und Südkorea sichern sich ebenfalls Gaslieferungen für den Winter, was den Wettbewerb um die verbleibenden Mengen verschärft. Die Situation wird durch die Tatsache verschärft, dass Deutschland an sonnigen und windreichen Tagen überschüssigen Strom ins Ausland exportiert und diesen dann zu höheren Preisen zurückkaufen muss. Die hohen Energiepreise werden durch gestiegene Beschaffungskosten und die Abkehr von billigem russischen Pipeline-Gas verursacht. Die Bundesregierung hat die Gasspeicherumlage abgeschafft und finanziert die Förderung erneuerbarer Energien aus Steuermitteln, um die Verbraucher zu entlasten. Es besteht die Gefahr eines globalen 'Kampfes um Brennstoffe', insbesondere in einem kälteren Winter.
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