In Frankreich entdecken rechte politische Kräfte zunehmend den Katholizismus als politisches Instrument, während gleichzeitig Papst Franziskus ein viertägiges Besuchsprogramm im Land absolvierte. Laut dem SPIEGEL nutzen rechte Akteure den Glauben strategisch, um Wähler anzusprechen und politische Ziele zu verfolgen. Der Papst empfing Besuch im Élysée-Palast bei Präsident Macron und warnte vor einem weltweiten Wettrüsten. Er feierte eine Vesper in der wiederaufgebauten Kathedrale Notre Dame und ein Abendgebet mit fast 80.000 jungen Menschen im Nationalstadion in Paris. Zudem reiste er zum Marien-Wallfahrtsort Lourdes. Für die Papstmesse auf der Place de la Concorde haben sich rund 600.000 Menschen angemeldet, wie die Kirche mitteilte. In seiner Rede vor der UNESCO warnte der Papst vor den Gefahren digitaler Technologien und betonte die Notwendigkeit, insbesondere Kinder und Jugendliche zu schützen. Die wachsende Bedeutung des Katholizismus für die Rechte in Frankreich stellt eine bemerkenswerte Entwicklung in einem Land dar, in dem die Trennung von Kirche und Staat traditionell hochgehalten wird und die religiöse Praxis abgenommen hat. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklung auf die politische Landschaft Frankreichs auswirken wird und welche konkreten Ziele die rechten Kräfte mit der Nutzung des Glaubens verfolgen.
Unsere Lesart ist, dass die zunehmende Instrumentalisierung des Katholizismus durch hard-rechte Kräfte in Frankreich eine strategische Neuausrichtung darstellt, die darauf abzielt, traditionelle Werte zu betonen und konservative Wähler anzusprechen. Die Tatsache, dass dies zeitgleich mit dem Besuch des Papstes stattfindet, deutet darauf hin, dass diese Kräfte versuchen, sich religiöse Legitimität anzueignen, während der Papst selbst eine andere politische Botschaft vermittelt. Es bleibt unklar, wie erfolgreich dieser Versuch sein wird, aber er signalisiert eine Verschiebung in der französischen politischen Landschaft.
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