Die Aktien von Evonik sind am Freitag um elf Prozent gestiegen, nachdem bekannt wurde, dass BASF ein Übernahmeangebot in Betracht zieht. BASF möchte mit der Übernahme sein globales Portfolio erweitern und im schwierigen Branchenumfeld bestehen, während Evonik eine erhebliche Übernahmeprämie erwartet. Der Unternehmenswert von Evonik, einschließlich Nettoverschuldung, wird auf rund zwölf Milliarden Euro geschätzt. Die RAG-Stiftung, ein Ankeraktionär von Evonik mit rund 43 Prozent der Anteile, plant, ihre Beteiligung langfristig auf 25,1 Prozent zu reduzieren. Ein Zusammenschluss von BASF und Evonik könnte eine Konsolidierung der fragmentierten europäischen Chemieindustrie vorantreiben und einen Jahresumsatz von rund 75 Milliarden Euro generieren. Evonik befindet sich derzeit in einem Umbauprozess, der den Abbau von rund 10.000 Arbeitsplätzen vorsieht, und konzentriert sich auf profitable Kerngeschäfte. BASF führt seit Anfang des Jahres Gespräche mit Banken über eine mögliche Übernahme, während Evonik eine unverbindliche Ansprache von BASF bestätigt hat. Die Essener RAG-Stiftung hält derzeit drei Schuldverschreibungen mit einem Umtauschrecht in Aktien der Evonik AG ausstehen. Die industrielle Logik der Übernahme wird von Experten betont, da das Produktportfolio von Evonik das von BASF ergänzt und die Auslastung verbessern könnte.
Unsere Lesart ist, dass der Aktienanstieg von Evonik eine Reaktion auf die Erwartung einer erheblichen Übernahmeprämie und die potenzielle industrielle Logik der Kombination mit BASF ist. Wir sehen, dass die RAG-Stiftung eine Schlüsselrolle spielt, da ihre Entscheidung, ihre Beteiligung zu reduzieren, den Weg für eine Übernahme ebnen könnte. Die Unsicherheit darüber, ob BASF tatsächlich ein Angebot abgeben wird, und wie die RAG-Stiftung reagieren wird, deutet jedoch darauf hin, dass die Situation noch nicht abgeschlossen ist.
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