Mehr als die Hälfte der Betreiber kritischer Infrastruktur in Deutschland hat in den letzten zwölf Monaten unautorisierte oder sicherheitsrelevante Drohnenflüge festgestellt, jedoch hat fast die Hälfte keine Maßnahmen zur Erkennung von Drohnen ergriffen. Eine Umfrage von Droniq und dem Bundesverband für den Schutz Kritischer Infrastrukturen (BSKI) ergab, dass 54,7 Prozent der 104 befragten Organisationen solche Vorfälle erlebt haben, während 46,5 Prozent noch keine Erkennungstechnik einsetzen. Die Betreiber erkennen zwar zunehmend das Risiko – 46,2 Prozent stufen Drohnen bereits als konkrete Gefahr ein und weitere 36,5 Prozent rechnen damit – bereiten sich aber unzureichend vor. Sabotage und die Unterbrechung von Betriebsabläufen werden als die größten Bedrohungen angesehen. Die Debatte wurde durch den Fund einer Bombendrohne am Flughafen Leipzig verstärkt. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger kündigte an, dass in den Start- und Landebereichen der Flughäfen kurzfristig eine Übergangstechnik der Deutschen Flugsicherung eingesetzt werden soll. Die Frage der Zuständigkeit bei der Drohnenabwehr bleibt jedoch ungeklärt, wobei Cicero betont, dass der Staat klarstellen muss, was Unternehmen tun dürfen und was dem staatlichen Gewaltmonopol vorbehalten bleibt. Es besteht Uneinigkeit darüber, wer die Verantwortung für die Abwehr von Drohnen trägt und wie ein umfassendes Schutzkonzept umgesetzt werden kann.
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