Nach einem groß angelegten Cyberangriff auf die Berliner Senatsverwaltung sind hochsensible Daten, darunter Informationen zur Bundeswehr, kritischen Infrastruktur und dem Kanzleramt, im Darknet veröffentlicht worden. Die Hackergruppe Rhysida erpresste die Stadt, nachdem sie zwischen dem 7. und 12. August Zugriff auf das Berliner Landesnetz erlangt hatte. Obwohl der Senat die Lösegeldforderung ablehnte, wurden am Freitag rund 1,4 Millionen Datensätze veröffentlicht. IT-Experten kritisieren das Land Berlin scharf für fahrlässiges Verhalten und das Ignorieren von Sicherheitswarnungen. Manuel Atug von der AG Kritis bemängelt, dass die Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten wurden und wies bereits im Vorfeld auf Sicherheitslücken hin. Bundespolitiker fordern Konsequenzen und eine intensive Prüfung der Datensysteme. Roderich Kiesewetter (CDU) bezeichnet den Angriff als eine „Katastrophe noch nicht absehbaren Ausmaßes“ und befürchtet, dass die geleakten Daten von Staaten wie Russland oder Terroristen für Anschläge genutzt werden könnten. Konstantin von Notz (Grüne) spricht von einem „echten Daten-Super-Gau“ und fordert personelle Konsequenzen, sollte sich herausstellen, dass Schutzmechanismen nicht eingehalten wurden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor einer erhöhten Bedrohungslage, insbesondere im Hinblick auf mögliche Phishing-Angriffe und Hack & Leak Operationen im Vorfeld der Berliner Wahlen am 20. September. Neben Verteidigungsplänen und Daten zur kritischen Infrastruktur sind auch Personalakten und Gehaltsdaten von Landesbeschäftigten betroffen. Ein interner Vermerk aus dem Februar zeigt, dass die Berliner Verwaltung bereits im Vorfeld wusste, dass ein digitaler Geheimschutz nicht gewährleistet werden kann. Die Senatskanzlei hat eine zusätzliche Steuerungseinheit eingerichtet, um die Aufklärung zu koordinieren. Die Hackergruppe Rhysida ist den Sicherheitsbehörden seit Mitte 2021 bekannt.
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