Die Bundesregierung plant mit einem neuen Aktionsplan härter gegen Sozialleistungsmissbrauch und die Ausbeutung von EU-Bürgern vorzugehen. Der zehn Punkte umfassende Plan, der dem SPIEGEL vorliegt, sieht unter anderem verstärkte Kontrollen, einen verbesserten Datenaustausch zwischen Behörden und die Möglichkeit zur Enteignung von Vermietern sogenannter Schrottimmobilien vor. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) erarbeiteten den Plan, der im Koalitionsvertrag angekündigt wurde. Ziel ist es, Anreize für den Missbrauch von Sozialleistungen zu reduzieren und ausbeuterische Geschäftsmodelle zu bekämpfen. Konkret sollen Kommunen besser gegen Schrottimmobilien vorgehen können, Arbeitgeber bei Schwarzarbeit stärker haftbar gemacht werden und Personen mit vollstreckbarem Haftbefehl keinen Anspruch mehr auf Grundsicherung haben. Ein Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung von Missbrauch im Zusammenhang mit der EU-Zuwanderung, insbesondere aus Bulgarien und Rumänien, wo Banden EU-Bürger nach Deutschland bringen und in Scheinarbeitsverhältnissen unterbringen, um Sozialleistungen zu erschleichen. Künstliche Intelligenz soll zudem zur Aufdeckung von Missbrauchsfällen eingesetzt werden. Die Ministerin betonte, dass die Möglichkeit der grenzüberschreitenden Arbeitaufnahme für Fachkräfte wichtig sei, die Ausnutzung der Freizügigkeit für Ausbeutung jedoch nicht toleriert werde. Einige Bundesländer arbeiten bereits verstärkt zusammen, um Missbrauch zu verhindern, während andere Kommunen, wie Hagen im Ruhrgebiet, mit einem wachsenden Problem konfrontiert sind, da ärmere Menschen in die Stadt ziehen. Der Aktionsplan soll noch im September vom Bundeskabinett beschlossen werden.
Our reading is that the government is responding to perceived increases in the abuse of social welfare systems, particularly linked to EU migration from Bulgaria and Romania. The plan appears to be a multi-pronged approach, combining stricter controls, data sharing, and potential penalties for landlords and employers. While acknowledging the importance of free movement for skilled workers, the ministers signal a desire to clamp down on exploitative practices and organised crime exploiting the system.
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