Der britische Premierminister Andy Burnham hat Bundeskanzler Friedrich Merz die gemeinsame Entwicklung eines neuen Kampfjets im Rahmen des Global Combat Air Programme (GCAP) angeboten, nachdem das deutsch-französische Projekt FCAS gescheitert ist. Deutschland soll Teil des GCAP-Programms werden, an dem bereits Japan und Italien beteiligt sind. Die Verteidigungsminister beider Länder wurden mit der Prüfung der Kooperation beauftragt, es liegt jedoch noch keine Entscheidung vor. Die Zusammenarbeit im Verteidigungssektor ist Teil des neu in Kraft getretenen deutsch-britischen Freundschaftsvertrags, der auch eine Vertiefung der Zusammenarbeit in Bereichen wie Wirtschaftspolitik, Migration und Cyberabwehr vorsieht. Reiseerleichterungen, darunter Visafreiheit für Klassenfahrten und eine direkte Bahnverbindung, sind ebenfalls geplant.
Burnham betonte die Notwendigkeit von Zusammenarbeit in herausfordernden Zeiten und hob hervor, dass der sogenannte Kensington-Vertrag die Sicherheit in Europa verbessern, die Wirtschaften beider Länder wachsen lassen und den Lebensstandard der Bevölkerung erhöhen werde. Merz sprach von einem historischen Tag und betonte die Bedeutung der Beziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien, insbesondere für die junge Generation. Die Suche nach einer Alternative zum gescheiterten FCAS-Projekt war der Auslöser für das britische Angebot. Bisher galt eine Kooperation des Airbus-Konzerns mit dem schwedischen Rüstungsunternehmen Saab als wahrscheinlichste Option.
Linke und rechte Medienquellen stimmen darin überein, dass Burnham das Angebot in Berlin unterbreitet hat und dass der deutsch-britische Freundschaftsvertrag in Kraft getreten ist. Allerdings legen linke Quellen mehr Wert auf die umfassende Natur des Vertrags, der neben der Verteidigungskooperation auch Bereiche wie Migration und Wirtschaft umfasst, während rechte Medien die Bedeutung der Beziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien für die junge Generation hervorheben. Die tatsächliche Umsetzung der Kampfjet-Kooperation und die Bedingungen für die deutsche Beteiligung am GCAP-Programm sind weiterhin offen.
Unsere Einschätzung ist, dass Großbritannien aktiv nach Partnern für sein GCAP-Programm sucht, nachdem das FCAS-Projekt ins Stocken geraten ist. Das Angebot an Deutschland scheint eine strategische Reaktion auf die gescheiterte Zusammenarbeit mit Frankreich zu sein, wobei der neue Freundschaftsvertrag als Rahmen für eine mögliche Kooperation dient. Die unterschiedliche Gewichtung der Berichterstattung in den Medien deutet darauf hin, dass die politische und wirtschaftliche Dimension des Vertrags sowie die Verteidigungsaspekte unterschiedlich bewertet werden.
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