Bolivien hat aufgrund der starken Auswirkungen des Klimaphänomens El Niño den Notstand ausgerufen. Präsident Rodrigo Paz begründete die Entscheidung mit schwerwiegenden Dürren, dem Verlust von über 75.000 Stück Vieh und der Gefahr von Überschwemmungen, die sechs der neun Verwaltungsregionen des Landes betreffen. Mehr als 78.000 Familien sind von der Dürre betroffen, und die Regierung mobilisiert zusätzliche finanzielle Mittel und Rettungskräfte. Die Vereinten Nationen warnten, dass die aktuelle El-Niño-Phase eine beispiellose Stärke erreichen könnte und bestehende Messskalen übertreffen könnte. Auch Nachbarländer sind betroffen: In Peru begünstigten hohe Temperaturen Waldbrände, bei denen mindestens zwölf Menschen ums Leben kamen, während Santiago de Chile im Oktober den regenreichsten Monat seit Beginn der Aufzeichnungen erlebte. Die Ursache des Phänomens liegt in der Erwärmung des Oberflächenwassers im zentralen und östlichen tropischen Pazifik, was weltweit Wind- und Niederschlagsmuster verändert. El Niño tritt alle zwei bis sieben Jahre auf.
Unsere Einschätzung ist, dass die bolivianische Regierung angesichts der kombinierten Auswirkungen von Dürre und Überschwemmungen, die durch das starke El Niño-Phänomen verursacht werden, in einer akuten Notlage steckt. Die Mobilisierung finanzieller Mittel und Rettungskräfte deutet auf die Schwere der Situation hin, während die Warnungen der Vereinten Nationen vor einer beispiellosen Stärke des El Niño-Ereignisses die Dringlichkeit der Lage unterstreichen. Die Berichte aus Nachbarländern wie Peru und Chile bestätigen, dass es sich um eine regionale Krise handelt, die weitreichende Folgen hat.
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