Der Bundesnachrichtendienst (BND) sieht in den russischen Plänen mehr als nur den Krieg gegen die Ukraine, während Deutschland seine militärische Unterstützung für Kiew ausweitet. Johann Wadephul, außenpolitischer Experte der CDU, äußerte die Befürchtung, dass Russland langfristige Ziele verfolgt, die über die Ukraine hinausgehen und möglicherweise auf die Wiederherstellung des ehemaligen sowjetischen Einflussbereichs abzielen. Russland habe vor dem Krieg gute Beziehungen zur Ukraine und Deutschland gehabt, was darauf hindeute, dass es weitergehende Pläne verfolgt, so Wadephul. Er verwies auf Äußerungen von Präsident Putin, der den Zusammenbruch der Sowjetunion als die größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet habe.
Im Rahmen eines Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew wurden Vereinbarungen über eine engere Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie getroffen. Deutsche Hersteller unterzeichneten Abkommen mit der ukrainischen Regierung im Umfang von rund 6,6 Milliarden Euro, wobei ein Teil der Produktion in der Ukraine stattfinden soll. Merz kündigte zudem ein weiteres deutsches Militärhilfspaket in Höhe von etwa einer Milliarde Euro an. Die Ukraine und Deutschland wollen ihre Rüstungsindustrie stärker miteinander verzahnen, wobei die Produktion von 155-Millimeter-Artilleriemunition eine wichtige Rolle spielt. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche betonte, dass Russland wirtschaftlich an seine Grenzen stoße, mit einem sinkenden Wirtschaftswachstum, hoher Inflation und steigenden Zinsen.
Der Besuch von Merz und Reiche wurde von Russland mit einem Drohnenangriff auf eine Brücke in Kiew quittiert. Die USA haben ihre Lieferungen von Abwehrwaffen an die Ukraine reduziert, was die Luftabwehr der Ukraine zusätzlich belastet. Der Waffenhersteller Diehl Defence soll weitere Flugkörper für das Luftverteidigungssystem Iris-T liefern, um die Luftabwehr zu verstärken. Es gibt jedoch unterschiedliche Einschätzungen darüber, wie weit die russischen Pläne tatsächlich reichen und welche Konsequenzen dies für die NATO-Mitgliedsstaaten haben könnte.
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