Ein großangelegter Hackerangriff auf zwei Berliner Senatsverwaltungen hat zur Veröffentlichung von über 1,2 Millionen Dateien mit einem Gesamtvolumen von 5,7 Terabyte im Darknet geführt. Die Hackergruppe Rhysida wird mit dem Angriff in Verbindung gebracht, bei dem sensible Daten wie Notfallpläne für kritische Infrastruktur und persönliche Informationen von Mitarbeitern erbeutet wurden. Die Schadensanalyse wird voraussichtlich noch mehrere Wochen dauern, da die IT-Techniker des Landes alle Systeme forensisch untersuchen müssen, um weitere Angriffe auszuschließen und die betroffenen Personen zu identifizieren.
Die veröffentlichten Daten umfassen 341.800 PDFs, 156.496 E-Mails und 123.198 Bilder. Digitalstaatssekretär Florian Hauer (CDU) teilte mit, dass die Untersuchung, ob sich Hacker noch im Landesnetz verstecken, „noch einige Tage“ dauern werde. Die Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Claudia Plattner, erklärte, dass die Daten auf illegalen Servern gespeichert seien, die eine langsame Datenübertragung ermöglichen. Die Dateien werden nun mithilfe von künstlicher Intelligenz vorsortiert, bevor Verwaltungsmitarbeiter sie sichten und die Opfer identifizieren.
Es gibt Hinweise darauf, dass das Hacker-Kollektiv Rhysida seit Mai 2023 aktiv ist und Ransomware-as-a-Service anbietet. Branchenbeobachter vermuten eine russische Beteiligung, da keine russischen oder russlandnahen Einrichtungen angegriffen wurden und die Hälfte der bisherigen Opfer in den USA und ein Viertel in Europa sitzen. Der Senat kam der Lösegeldforderung von 2 Millionen Euro nicht nach. Neben persönlichen Daten wurden auch Zugangsdaten veröffentlicht, was zu vorsorglichen Maßnahmen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen geführt hat, die jedoch Einschränkungen bei der Nutzung von Fachverfahren, wie der Beantragung von Wohngeld, zur Folge haben könnten. Es bleibt unklar, inwieweit die nationale Verteidigungsfähigkeit durch den Datenklau beeinträchtigt ist, obwohl Staatssekretär Hauer derzeit davon ausgeht, dass dies nicht der Fall ist.
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