Der Benzinpreis in Deutschland hat ein neues Allzeithoch erreicht, während Experten einen Dieselpreis von drei Euro pro Liter nicht mehr ausschließen. Laut dem ADAC kostete ein Liter Super E10 am Sonntag durchschnittlich 2,273 Euro, was den bisherigen Höchststand von März 2022 übertraf. Diesel lag bei 2,404 Euro pro Liter. Herbert Rabl vom Tankstellen-Interessenverband (TIV) sieht die Möglichkeit von drei Euro pro Liter als realistisch, insbesondere an Autobahnen, und kritisiert die Gewinnmargen der Mineralölkonzerne. Die steigenden Preise werden auf die Spannungen im Nahen Osten zurückgeführt, insbesondere die Blockade der Straße von Hormus und die Konflikte mit den Huthis um die Meerenge Bab al-Mandab. Obwohl der Anteil des aus der Golfregion stammenden Öls hierzulande vergleichsweise gering sei, würden die Konzerne versuchen, Gewinne in Europa zu erzielen, da die Spritpreise in den USA niedrig gehalten werden. Rabl betont, dass etwa die Hälfte des Tankstellenpreises aus Steuern besteht und eine Mehrwertsteuerabsenkung eine spürbare Entlastung bringen könnte. Der Preis für Rohöl stieg am Montagmorgen auf über 107 Dollar pro Fass (Brent) und fast 103 Dollar (WTI). Saudi-Arabien schloss zudem eine wichtige Pipeline nach Drohnenangriffen. Die Huthi-Miliz hat die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab übernommen, was die Transportkosten weiter erhöht. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke fordert einen Preisdeckel. ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski schließt einen Dieselpreis von drei Euro pro Liter nicht aus. Die Situation wird durch die gleichzeitige Belastung durch die Blockade der Meerenge Bab al-Mandab und die beschädigte saudische Pipeline verschärft, was Reeder möglicherweise zwingt, einen Umweg um Afrika zu nehmen.
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