Fast 25 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sind die sterblichen Überreste von fast 40 Prozent der fast 3.000 Todesopfer weiterhin nicht eindeutig identifiziert worden. Etwas mehr als 1.650 Opfer wurden bislang identifiziert, während die Leichen von fast 1.100 Menschen unbekannt bleiben. Monica Iken-Murphy, die Witwe eines im Südturm des World Trade Centers ums Leben gekommenen Mannes, äußert Dankbarkeit für die fortgesetzten Bemühungen des New Yorker Rechtsmedizinischen Instituts, betont aber, dass eine Identifizierung ihres Mannes für sie persönlich keine große Bedeutung hat. Das Institut konnte im August mithilfe forensischer DNA-Genealogie ein weiteres Opfer identifizieren, was die Möglichkeiten moderner Technologie unterstreicht.
Die Anschläge vom 11. September markierten eine Zeitenwende und führten zu einem verstärkten Fokus auf den Kampf gegen den Terrorismus. Während der politische Islam nach dem Fall der Sowjetunion den von den USA als Feind wahrgenommenen Kommunismus ablöste, verlagerten einige Dschihadgruppen ihre Strategie, um die Vereinigten Staaten in einen Konflikt zu verwickeln, der die von den USA unterstützten Regime destabilisieren sollte. Der Anschlag diente als Signal für einen „Kampf der Kulturen“, wie ihn der Politikwissenschaftler Samuel Huntington bereits 1993 vorhergesagt hatte.
Am Tag der Anschläge befand sich ein Historiker drei Blocks vom World Trade Center entfernt und erlebte, wie das zweite Flugzeug in die Türme krachte. Er betont, dass die Anschläge im historischen Kontext betrachtet werden müssen, um zu verstehen, warum bestimmte Gruppen die Vereinigten Staaten als Feind betrachteten und Vergeltung suchten. Die Medien berichteten damals hauptsächlich über den vermutlichen Tod des Mujahedin-Kämpfers Ahmed Shah Massud in Afghanistan, während die Anschläge in New York zunächst als Unfall wahrgenommen wurden.
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