Auf dem Oktoberfest werden Berichten zufolge Tausende von Upskirting-Videos mit dem Fahrgeschäft Teufelsrad produziert, im Internet verbreitet und verkauft. Mindestens 32.000 solcher Clips sollen bereits im Netz kursieren, wobei sowohl deutsche als auch ausländische Akteure an der Produktion und dem Vertrieb beteiligt sein könnten. Die Betreiber des Teufelsrads versuchen, der Praxis entgegenzuwirken, indem sie Schilder aufstellen, Radlerhosen verteilen und Anzeige erstatten, jedoch blieben zwei Anzeigen bisher ohne Erfolg. Die Videos werden demnach für finanzielle Zwecke genutzt oder zur Steigerung der Reichweite in sozialen Medien eingesetzt, wobei einige der gelöschten Videos mehrere hundert Millionen Aufrufe generierten. Die Betreiber des Teufelsrads sehen in der Praxis eine neue Entwicklung, die ihnen Sorgen bereitet, obwohl sie die Kontrolle über private Handys und das Verhalten aller Besucher nicht gewährleisten können. Vor dem Wiesn-Start wurden die Figuren über dem Eingang des Teufelsrads angepasst, nachdem Kritik an ihrer freizügigen Darstellung geäußert wurde.
Die Betreiber des Teufelsrads verteilen seit letztem Jahr geschätzte Hunderte von Radlerhosen an weibliche Besucherinnen, um sie vor unerwünschten Aufnahmen zu schützen. Ein Ehemann einer Betreiberin gab an, dass die Hosen nicht gewaschen werden können, da viele Besucherinnen sie zurückgeben. Er verurteilte die Praxis des Upskirting als "Schweinerei", räumte aber ein, dass er nicht jedem den Zugang zum Handy nehmen könne. Die Arena des Teufelsrads fasst etwa 400 Personen, was eine ständige Kontrolle erschwert. Die Betreiber haben zwei Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft erstattet, die jedoch eingestellt wurden. Sie betonen, dass sie eine friedliche Wiesn wünschen, aber die neue Entwicklung keine Freude bereitet.
Unsere Lesart ist, dass die Betreiber des Teufelsrads zwar proaktiv versuchen, das Problem des Upskirting anzugehen, aber mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert sind, da sie die Kontrolle über das Verhalten aller Besucher nicht gewährleisten können. Die hohen Aufrufzahlen der Videos deuten darauf hin, dass das Problem weit verbreitet ist und möglicherweise kommerzielle Motive hat. Die erfolglosen Anzeigen zeigen, dass die rechtlichen Mittel begrenzt sind, um dieser Praxis entgegenzuwirken.
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