Die UEFA und die CONCACAF fordern von der FIFA eine zusätzliche Ausschüttung von 2,1 Milliarden US-Dollar an ihre 211 Mitgliedsverbände. Dieser Schritt stellt eine Eskalation im Machtkampf zwischen den Kontinentalverbänden und dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino dar, der im März 2027 zur Wiederwahl antritt. Die UEFA und CONCACAF begründen ihren Antrag mit den Reserven der FIFA in Höhe von rund sechs Milliarden US-Dollar nach der WM in den USA, Kanada und Mexiko und argumentieren, dass eine einmalige Sonderzahlung für Investitionen in Infrastruktur und Fußballentwicklung von 2027 bis 2030 möglich sei.
Der Konflikt wurzelt in einem gescheiterten Plan Infantinos, einen 20-prozentigen Anteil der kommerziellen Rechte an FIFA-Wettbewerben an US-Investoren zu verkaufen. Dieser Plan stieß auf massiven Widerstand, insbesondere aus Europa, wo die UEFA mit einem Boykott aller FIFA-Veranstaltungen drohte. Infantino zog den Plan zurück, hält aber an seiner Kandidatur für das FIFA-Präsidium fest. Die UEFA und CONCACAF werfen Infantino vor, dass der Investoren-Deal unnötig gewesen sei, da die FIFA ihren Verbänden auch ohne den Verkauf von Anteilen mehr Geld zur Verfügung stellen hätte können. Sie fordern eine unabhängige Analyse der FIFA-Finanzen bis zum 15. Oktober.
Hans-Joachim Watzke, Vizepräsident des DFB und Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees, forderte Infantinos Rücktritt und bezeichnete die FIFA als Hüter eines riesigen Geldbergs, der den Nationalverbänden zustehe. Der Streit um die Milliarden ist eingebettet in einen umfassenden Machtkampf vor der FIFA-Präsidentschaftswahl, bei der die UEFA die Wiederwahl Infantinos verhindern will. Die 55 UEFA-Mitglieder vereinen zusammen 90 der 211 stimmberechtigten FIFA-Mitglieder, aber es fehlt derzeit eine klare Mehrheit für oder gegen Infantino.
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