Die Bundesregierung hat drei Diplomaten der afghanischen Taliban nach Deutschland einreisen lassen, um die Vorbereitung von Abschiebungen nach Afghanistan zu unterstützen. Das "technische Unterstützungsteam" soll in den afghanischen Vertretungen in Deutschland die Ausstellung von Dokumenten ermöglichen, die von der De-facto-Regierung in Kabul anerkannt werden, um die im Koalitionsvertrag vereinbarten Rückführungen zu realisieren. Seit Beginn der aktuellen Legislaturperiode wurden bereits 228 Männer nach Afghanistan abgeschoben, darunter hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, Straftäter. Die Einreise der Taliban-Diplomaten erfolgte trotz der fehlenden offiziellen Anerkennung der Taliban-Regierung durch die Bundesregierung. Diese Entscheidung wird von Kritikern, insbesondere aus den Reihen der Grünen, bemängelt, da sie als Zugeständnis zur Ermöglichung von Abschiebungen angesehen wird. Anfang Juni war eine geplante Sammelabschiebung abgesagt worden, da die Taliban-Machthaber eine mangelnde Gesprächsbereitschaft des Auswärtigen Amtes kritisiert hatten. Die Bundesregierung hatte zuvor die Entsendung einzelner Taliban-Diplomaten an die afghanischen Vertretungen in Deutschland gestattet, nachdem die bisherigen Diplomaten von der vorherigen afghanischen Regierung entsandt worden waren. Die Kooperation mit den Taliban ist jedoch begrenzt, wie sich an der Absage der Sammelabschiebung zeigte.
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