In Israel hat die Wahl eines neuen Parlaments begonnen, die erste seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg im Gazastreifen. Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, die 120 Abgeordneten der 26. Knesset zu bestimmen. Die Wahl gilt als Schicksalswahl für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, dessen Regierungskoalition in Umfragen hinter der Opposition zurückliegt. Gadi Eisenkot, der Spitzenkandidat der Mitte-Partei Jaschar, stellt die größte Herausforderung für Netanjahu dar. Es wird ein knappes Rennen erwartet, bei dem keine der beiden Seiten eine klare Mehrheit erreicht. Die arabischen Parteien könnten eine entscheidende Rolle bei der Regierungsbildung spielen, wobei die Möglichkeit einer Koalition mit ihnen von beiden Blöcken bislang ausgeschlossen wird. Die Wahl findet vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen im Nahen Osten und der Frage nach der Aufarbeitung des Hamas-Angriffs statt. Familien von Geiseln, die im Gazastreifen getötet wurden, forderten die Wähler auf, bei der Wahl die Verantwortung der Regierung zu berücksichtigen. Die Abriegelung des Westjordanlands wurde kurz vor der Wahl verhängt, was die Lebensbedingungen der palästinensischen Bevölkerung weiter erschwert. Die Umfragen deuten darauf hin, dass etwa ein Drittel der 36 angetretenen Listen die Sperrklausel von 3,25 Prozent überwinden wird. Die offiziellen Ergebnisse werden voraussichtlich acht Tage nach der Wahl veröffentlicht, und der Präsident wird dann den Kandidaten mit der besten Regierungsbildungschance beauftragen.
Unsere Einschätzung ist, dass diese Wahl eine kritische Phase für Israel darstellt, in der die Folgen des Angriffs vom 7. Oktober und des anschließenden Krieges im Gazastreifen die politische Landschaft prägen. Die Umfragen deuten auf ein enges Rennen hin, bei dem Netanjahu möglicherweise Schwierigkeiten haben wird, eine Koalition zu bilden, und die Rolle der arabischen Parteien könnte entscheidend sein, obwohl beide Blöcke eine Zusammenarbeit ablehnen. Die unterschiedliche Berichterstattung der Medien deutet darauf hin, dass die Schwerpunkte auf Sicherheitsfragen, Kritik an Netanjahu oder einer ausgewogenen Darstellung der politischen Lage liegen.
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