Nach einer verheerenden Flutkatastrophe im Himalaya sind mindestens 903 Menschen in Nepal ums Leben gekommen, während über 4.200 weiterhin vermisst werden. Besonders besorgniserregend ist die Lage von schätzungsweise 933 Arbeitern, die in den Tunneln von elf Wasserkraftanlagen in den Distrikten Rasuwa und Nuwakot eingeschlossen sind. Rettungskräfte aus Nepal, China und Indien arbeiten fieberhaft daran, die Arbeiter zu erreichen, wobei die Bergung durch enorme Schuttmassen und steigende Wasserstände erschwert wird. Im Wasserkraftwerk Upper Trishuli-1 werden mindestens 576 Arbeiter vermisst, von denen etwa 300 sich vermutlich in einem Tunnel befinden. Die Flutkatastrophe wurde durch den Abbruch eines Gletschers infolge der Erderwärmung ausgelöst, wobei die Behörden vor weiteren Gefahren durch neu entstandene Seen und Erdrutsche warnen. Die nepalesische Regierung hat Schwierigkeiten bei der Erfassung des vollen Ausmaßes der Schäden, während China ebenfalls Anstrengungen zur Suche nach Vermissten auf der tibetischen Seite der Grenze unternimmt. Die Rettungsarbeiten konzentrieren sich darauf, Wasser und Geröll aus den Tunneln zu entfernen, wobei Sprengstoff und Bagger eingesetzt werden. In einem Tunnel konnte bereits ein Zugang geschaffen und Luft hineingepumpt werden, jedoch behindern anhaltende Regenfälle und steigende Flusspegel die weiteren Arbeiten. Experten weisen darauf hin, dass die Tunnel zwar einen sicheren Unterschlupf bieten könnten, die eingeschlossenen Arbeiter jedoch dringend Nahrung und Wasser benötigen. Die Zahl der Todesopfer in Tibet liegt bei 16, mit 546 Vermissten, was die Gesamtzahl der Todesopfer auf 919 und die Gesamtzahl der Vermissten auf fast 4800 erhöht. Die Bestattung erster Opfer in Massengräbern hat in Nepal Kontroversen ausgelöst.
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