Ein selbst ernanntes US-Meinungsforschungsinstitut, Wedgewood Polling, hat zugegeben, gefälschte Umfragen im Vorfeld der US-Midterm-Wahlen veröffentlicht zu haben. Die New York Times entfernte daraufhin 15 dieser Umfragen aus ihrer Sammlung. Das Institut begründete das Vorgehen mit einem Experiment, um zu testen, wie leicht es für ein erfundenes Institut sei, Fuß zu fassen und ernst genommen zu werden. Die gefälschten Daten hatten bereits für Aufsehen gesorgt, da die demokratische Kandidatin Mallory McMorrow dem Institut eine Mitschuld an ihrem Scheitern bei den Vorwahlen in Michigan gab, da Spenden und Freiwilligenarbeit nach der Veröffentlichung einer Umfrage mit einem einstelligen Prozentwert für sie versiegten. Wedgewood Polling war erstmals im Juni aufgetaucht und hatte sich als unabhängiges Forschungsinstitut präsentiert, doch bereits im Juli wies ein Kolumnist des Washington Monthly auf Fehler in einer ersten Umfrage zur Stichwahl in Louisiana hin. Weitere Umfragen folgten, die von anderen Instituten oder tatsächlichen Ergebnissen abwichen.
Unsere Einschätzung ist, dass Wedgewood Polling bewusst Desinformation verbreitet hat, indem es gefälschte Umfragen veröffentlichte. Das Institut gesteht ein, dies als Experiment durchgeführt zu haben, um die Leichtigkeit zu demonstrieren, mit der sich ein erfundenes Institut etablieren kann, doch die Auswirkungen auf die Vorwahlen in Michigan deuten auf eine schwerwiegendere Absicht hin. Es ist bemerkenswert, dass die New York Times die betroffenen Umfragen entfernt hat, was die Ernsthaftigkeit der Situation unterstreicht.
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