Die Sozialdemokraten unter Ex-Regierungschefin Magdalena Andersson sind bei der Parlamentswahl in Schweden als stärkste Kraft hervorgegangen. Nach Auszählung von fast allen Stimmen erreichen sie 28,1 Prozent, während die konservative Partei von Regierungschef Ulf Kristersson 19,9 Prozent erhält. Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten verzeichnen mit 17,6 Prozent Stimmen einen Rückgang gegenüber den 20,54 Prozent von 2022. Die Linkspartei, die liberale Zentrumspartei und die Grünen erzielen gemeinsam mit den Sozialdemokraten derzeit 176 Sitze im Reichstag, während die Koalition von Kristersson und die Schwedendemokraten zusammen 173 Sitze erreichen. Die endgültige Mehrheitsverhältnisse werden voraussichtlich erst am Mittwoch feststehen, wenn die Stimmen aus dem Ausland und die Briefwahlstimmen ausgezählt sind.
Die Parteien, die Andersson unterstützen, könnten eine knappe Mehrheit im Parlament erreichen, jedoch wird aufgrund unterschiedlicher Positionen mit langwierigen Verhandlungen gerechnet. Die Zentrumspartei hatte vor der Wahl erklärt, Neuwahlen in Kauf zu nehmen, anstatt mit der Linken zu regieren. Kristersson führte bisher eine Minderheitsregierung, die auf die Stimmen der Schwedendemokraten angewiesen war, und deutete an, diesen Parteien im Falle einer erneuten Regierungsbildung Schlüsselpositionen anzubieten. Die Schwedendemokraten haben Stimmen verloren, sehen sich aber dennoch als Gewinner, da ihre Positionen in der Gesellschaft zunehmend akzeptiert werden.
Im Wahlkampf standen Themen wie Migration, Bandenkriminalität und eine Verschärfung des Strafrechts im Vordergrund. Die Wahlforscher sehen ein enges Rennen und erwarten komplizierte Regierungsverhandlungen. Die Frage, ob die Schwedendemokraten erstmals Teil einer Regierung werden könnten, bleibt offen.
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