Die Europäische Union bereitet sich auf mögliche Gegenmaßnahmen gegen chinesischen Protektionismus vor, da die europäische Industrie unter einem wachsenden Handelsdefizit leidet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird voraussichtlich bei ihrer Rede zur Lage der Union am Mittwoch Initiativen zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit vorstellen. Die Kommission erwägt Importbeschränkungen für Chemikalien und Kunststoffe sowie die Einführung von Schutzzöllen, ähnlich den Maßnahmen der USA. Ein zentrales Instrument soll der „Industrial Accelerator Act“ (IAA) sein, der ursprünglich darauf abzielte, die Dekarbonisierung der Industrie zu beschleunigen, nun aber verstärkt auf die Abwehr chinesischen Wettbewerbs ausgerichtet ist. Anna Cavazzini, Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im Europaparlament, betont, dass hohe Subventionen für die chinesische Industrie und eine unterbewertete Währung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit mehr geschadet hätten als die EU-Klimagesetze. Der IAA soll gezielt Sektoren wie Stahl, Aluminium, Zement, Batterien und Kunststoffe mit einer „Made in EUrope“-Quote fördern und den Anteil CO2-freier Produktionsmethoden erhöhen. Gleichzeitig plant das Parlament, chinesische Investitionen zu erschweren, um „Rosinenpicken“ zu verhindern. Verhandlungen mit China über mögliche Zugeständnisse im Handel laufen und sollen Ende Oktober abgeschlossen sein. Während einige EU-Politiker einen Handelskrieg mit China nicht ausschließen, betont Cavazzini, dass es um Fairness im Handel gehe. Die Chancen auf eine Einigung mit China werden als moderat eingeschätzt, wobei Peking erwartet, dass die EU die Flut chinesischer Exporte steuert und beschränkt. Der Handelskommissar Maroš Šefčovič wird am Donnerstag mit seinem chinesischen Gegenüber Wang Wentao zu einem Videocall zusammentreffen. Es wird erwartet, dass China Zugeständnisse bei Dekreten macht, die ausländische Kontrollen chinesischer Investitionen und Lieferketten betreffen, sowie den europäischen Unternehmen einen besseren Marktzugang gewährt.
Our reading is that the EU is shifting its focus from solely climate-focused industrial policy towards a more protectionist stance in response to perceived unfair trade practices from China. While acknowledging the importance of decarbonization, the IAA is now being repurposed to directly address competitive disadvantages stemming from Chinese subsidies and currency valuation. The EU appears to be preparing for a potential escalation of trade tensions, though it still expresses a preference for a negotiated solution.
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