Bei einem russischen Luftangriff auf das Dorf Komyschuwacha in der Region Saporischschja sind mindestens 24 Menschen getötet und fünf verletzt worden, während weitere 27 Personen vermisst werden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Angriff als gezieltes Bombardement auf eine Ausgabestelle für humanitäre Hilfe in einer Schule und warf Russland vor, mit diesen Taten ein Signal gegen mögliche Friedensgespräche zu senden. Der Angriff erfolgte mit mehr als zehn Bomben, darunter eine, die direkt in einen Luftschutzkeller einschlug, und nutzte Gleitbomben, die aus sicherer Entfernung abgefeuert werden. Komyschuwacha liegt etwa 25 Kilometer östlich von Saporischschja und gut ein Dutzend Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Region Saporischschja ist seit Monaten wiederholt Ziel schwerer russischer Angriffe, darunter auch auf Lagergebäude mit ballistischen Raketen, Drohnen und Gleitbomben. Im Oktober wurden bei einem Angriff auf die Stadt Saporischschja 23 Menschen getötet, darunter vier Minderjährige. Parallel zu den Kämpfen gab es eine sechstägige Feuerpause in Oleschky, die zeigte, dass ein Waffenstillstand möglich ist, wenn beide Seiten gewillt sind. Russland hat jedoch eine Ausweitung solcher Feuerpausen ausgeschlossen und kündigte monatliche Hilfslieferungen nach Oleschky an, die unter Vermittlung von Jana Lantratowa, der russischen Menschenrechtsbeauftragten, organisiert werden sollen. Es gibt Berichte, dass Russland während der Feuerpause in Oleschky seine Positionen ausgebaut hat, was von der Ukraine bestritten wird. Ein ukrainisches Warnsystem wurde zudem gehackt, was zu falschen Alarmmeldungen führte.
Unsere Einschätzung ist, dass der Angriff auf Komyschuwacha, wie von Selenskyj dargestellt, darauf abzielt, den Druck auf die Ukraine aufrechtzuerhalten und Friedensgespräche zu erschweren. Die gezielte Ausrichtung auf eine Ausgabestelle für humanitäre Hilfe, falls bestätigt, würde eine bewusste Missachtung ziviler Schutzbedürftiger darstellen. Die Diskrepanzen in den Todeszahlen, die von verschiedenen Medien berichtet werden, unterstreichen die Schwierigkeit, in einem aktiven Konfliktgebiet genaue Informationen zu erhalten, während die sechstägige Feuerpause in Oleschky ein kurzzeitiges Potenzial für Deeskalation aufzeigte, das Russland jedoch nicht ausweiten möchte.
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