Der Handel zwischen Deutschland und Russland ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine drastisch eingebrochen. Deutsche Unternehmen importierten im ersten Halbjahr 2024 rund 96,4 Prozent weniger Waren aus Russland als im ersten Halbjahr 2021, wobei der Importwert von 15 Milliarden Euro auf nur noch 0,5 Milliarden Euro sank, hauptsächlich aufgrund fehlender Gas- und Ölimporte. Die Exporte haben ebenfalls deutlich abgenommen, erreichten jedoch mit 3,4 Milliarden Euro noch etwa ein Viertel des Volumens von 2021. Pharmazeutische Erzeugnisse machten dabei einen Anteil von 42,4 Prozent aus. Die Anzahl der deutschen Unternehmen mit Aktivitäten in Russland ist von 481 im Jahr 2021 auf 290 im Jahr 2024 gesunken, mit einem entsprechenden Umsatzrückgang von 38 Milliarden Euro auf 13 Milliarden Euro. Auch die Zahl der russischen Unternehmen in Deutschland ist von 229 auf 76 gesunken, mit einem Umsatzrückgang von 25,4 Milliarden Euro auf 8,4 Milliarden Euro. Die Zahl der Flugpassagiere zwischen Deutschland und Russland ist auf 39.900 gesunken, verglichen mit rund 1,0 Millionen im ersten Halbjahr 2019, da Direktflüge aufgrund von EU-Sanktionen verboten sind. Die Zuwanderung aus Russland nach Deutschland hat sich umgekehrt, mit 4.400 Abwanderungen gegenüber 3.800 Zuzügen im ersten Halbjahr 2024, im Gegensatz zu 12.700 Zuzügen und 3.400 Abwanderungen zu Beginn des Krieges im Jahr 2022. Die Zahl der russischen Studierenden an deutschen Universitäten ist fast halbiert worden und liegt nun bei 1.700.
Unsere Lesart ist, dass die drastische Reduktion des deutsch-russischen Handels ein direktes Ergebnis des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der darauf folgenden Sanktionen ist. Die Zahlen zeigen eine deutliche Verschiebung, weg von einer einst bedeutenden Wirtschaftsbeziehung hin zu einem minimalen Volumen, insbesondere im Energiebereich. Es scheint, dass sowohl deutsche als auch russische Unternehmen ihre Aktivitäten in den jeweiligen Ländern stark reduziert haben, was auf eine langfristige Veränderung der Handelslandschaft hindeutet.
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