Der britische Premierminister Andy Burnham hat eine grundsätzliche Debatte über die zukünftigen Beziehungen seines Landes zur Europäischen Union angestoßen und dabei eine mögliche Rückkehr in die EU nicht ausgeschlossen. Burnham erklärte gegenüber der BBC, dass der Brexit mehr Schaden als Nutzen angerichtet habe und er verschiedene Optionen für eine langfristige Beziehung zur EU prüfen wolle, darunter die Beibehaltung des Status quo, eine Zollunion, eine Rückkehr in den EU-Binnenmarkt oder sogar einen vollständigen Wiedereintritt. Er kündigte an, auf einem britisch-europäischen Gipfel im November Optionen für das langfristige Verhältnis zur EU zu skizzieren. Burnham, der im Juli Keir Starmer als Regierungschef ablöste, äußerte den Wunsch, dass Großbritannien noch zu seinen Lebzeiten wieder der EU beitreten könnte, da das Land sich kein weiteres Jahrzehnt der Unsicherheit leisten könne. Im Jahr 2016 stimmten 51,9 Prozent der Briten für den Austritt aus der EU, der Ende Januar 2020 vollzogen wurde. Beobachter weisen darauf hin, dass Großbritannien von EU-Ländern vermisst wird, die eine wirtschaftsliberale und transatlantische Ausrichtung teilen. Die Debatte über eine mögliche Rückkehr in die EU wird durch die Erkenntnis befördert, dass der Brexit in vielen Bereichen zu Ernüchterung geführt hat.
Unsere Lesart ist, dass Premierminister Burnham eine bedeutende Abkehr von der bisherigen britischen Politik signalisiert, indem er eine offene Diskussion über die zukünftige Beziehung zu der EU initiiert. Er scheint anzuerkennen, dass der Brexit nicht die erwarteten Vorteile gebracht hat und dass eine Neuausrichtung notwendig sein könnte, selbst bis hin zu einem vollständigen Wiedereintritt. Die Ankündigung eines britisch-europäischen Gipfels im November deutet auf einen ernsthaften Versuch hin, Optionen auszuloten und eine neue Grundlage für die Beziehungen zu schaffen.
Originale Berichterstattung lesen
💬 Kommentare
📜 Kommentar-Richtlinie