Der Volkswagen-Konzern hat den von Konzernchef Oliver Blume vorgelegten Sparplan und den Abbau von bis zu 100.000 Stellen weltweit durch den Aufsichtsrat abgesegnet. Der Plan zielt darauf ab, die Rendite bis 2030 auf 9 Prozent zu steigern, beinhaltet aber auch Produktionskürzungen, eine Halbierung der Modellvielfalt und den Abbau von Forschung und Entwicklung. Experten sehen in dem Plan primär eine Kostenreduktion und vermissen ein zukunftsweisendes Konzept.
Der Aufsichtsrat stimmte dem Plan am Freitagabend zu, nachdem das Management zuvor mit möglichen Werkschließungen in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm nach 2030 gedroht hatte. Die Gewerkschaft IG Metall äußerte zwar Bedenken hinsichtlich der zusätzlichen 50.000 Stellenstreichungen, hofft aber, dass die Zahl der Arbeitsplätze, die in Deutschland wegfallen sollen, noch verhandelbar ist. Laut Industrieexperte Maximilian Paleschke handelt es sich bei dem Plan um ein „Gesundschrumpfen“, das jedoch die langfristige Gesundheit des Konzerns in Frage stellt.
Der Konzern plant, jährlich 500.000 Fahrzeuge weniger in europäischen Werken zu produzieren und bis 2031 135 Milliarden Euro weniger in Forschung und Entwicklung sowie Sachanlagen zu investieren. Zudem sollen Unternehmensbeteiligungen abgestoßen werden, um die Konzernstrukturen zu straffen. Autobranchenexperte Werner Olle betont, dass das Wettrennen ums Überleben für die bedrohten Standorte begonnen habe und fordert von Gewerkschaft und Betriebsrat individuelle Zukunftsvereinbarungen zur Senkung der Arbeitskosten. Er sieht die Entwicklung neuer Modelle in Partnerschaft mit chinesischen Herstellern als möglichen Weg für VW, ähnlich wie es Stellantis bereits praktiziert. Olle kritisiert, dass VW die Kapazitäten für Elektroautos ausgebaut hat, ohne die Marktentwicklung abzuwarten.
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