In der Türkei wurden landesweit Razzien gegen LGBTQ-Vereine und -Aktivisten durchgeführt, bei denen mindestens 26 Personen festgenommen und insgesamt 162 strafrechtliche Maßnahmen eingeleitet wurden. Die Staatsanwaltschaft begründet die Maßnahmen mit dem Schutz von Kindern und der Familie sowie der Verhinderung der „Normalisierung“ sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Menschenrechtsgruppen bezeichnen die Aktion als staatlich gelenkte Diskriminierung und eine Politik der Angst. Die Razzien erstreckten sich über 15 Städte, darunter Istanbul, Ankara, Izmir und Antalya, und betrafen sowohl Vereinsräume als auch Wohnhäuser. Neben den Vereinen wird auch untersucht, ob Gelder aus dem Ausland geflossen sind, wobei unter anderem das deutsche Konsulat, die US-Botschaft und die französische Botschaft genannt werden. Die Operation „Meine Familie ist sicher“ ist Teil einer breiteren Initiative der Regierung, die auf die sinkende Geburtenrate und die demografische Entwicklung des Landes abzielt. Gleichzeitig wurde der Istanbuler Oberbürgermeister Ekrem İmamoğlu erneut verurteilt, was von Kritikern als Teil einer Kampagne gegen die Opposition gewertet wird. Die Sperrung von Social-Media-Konten und Webseiten von Dutzenden Organisationen und Aktivisten erschwert die Kommunikation und Arbeit der LGBTQ-Gemeinschaft zusätzlich. Die genaue Höhe der aus dem Ausland erhaltenen Gelder und die Details der strafrechtlichen Maßnahmen sind weiterhin unklar.
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